http://www.faz.net/-gqe-8y7m9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Aktualisiert: 26.05.2017, 03:37 Uhr

Trump in Brüssel „Die Deutschen sind böse, sehr böse“

Donald Trump redet beim Treffen mit der EU-Spitze Klartext. Besonders drastische Worte soll Amerikas Präsident hinter verschlossenen Türen zu deutschen Handelsüberschüssen gefunden haben.

© dpa Donald Trump mit Donald Tusk und Jean-Claude Juncker in Brüssel

Der amerikanische Präsident Donald Trump soll bei seinem Treffen mit den EU-Spitzen heftige Kritik am deutschen Handelsbilanz-Überschuss geübt haben. Der „Spiegel“ zitierte Teilnehmer, die Trump mit den Worten wiedergaben: „Die Deutschen sind böse, sehr böse.“ Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte ein ähnliches Zitat: Trump habe den deutschen Handelsüberschuss als „schlecht, sehr schlecht“ bezeichnet. Allerdings gab es offiziell für keine Version eine Bestätigung.

An dem Treffen am Donnerstag hatten zunächst nur EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker teilgenommen, später wurde die Runde erweitert. Die Sprecher beider Präsidenten sagten auf Anfrage, ihnen sei dieses Zitat des Präsidenten nicht bekannt.

Der „Spiegel“ zitierte Trump weiter laut Teilnehmern mit den Worten: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den Vereinigten Staaten verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“ Ähnliche Aussagen hatte Trump schon früher öffentlich gemacht, allerdings in weniger drastischen Worten.

Mehr zum Thema

Bei dem Treffen soll EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker die Deutschen gegen Trumps Schelte verteidigt haben. Freier Handel nutze allen, sagte der Kommissionschef demnach. Juncker habe sich um einen freundlichen Ton bemüht, sei in der Sache aber hart geblieben.

© Opinary

Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge zeigte sich die Delegation der Amerikaner bei der Handelspolitik uninformiert. So soll Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn davon ausgegangen sein, dass zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland andere Zolltarife gelten als zwischen den Vereinigten Staaten und Belgien. Die EU-Staaten schließen jedoch Handelsverträge nur gemeinsam ab.

Buße mit Verspätung

Von Werner Mussler, Brüssel

Die Strafe für Google kommt zu spät, der Markt für Suchmaschinen und Preisvergleichsdienste hat sich seit 2008 rasant entwickelt. Die EU kann diese Entwicklung nicht zurückdrehen. Mehr 4

Grafik des Tages So viel ist der Euro im Urlaub wert

In Polen haben deutsche Urlauber besonders viel von ihrem Geld, zeigt unsere Grafik des Tages. Teuer wird es dagegen in Großbritannien. Mehr 5

Zur Homepage