http://www.faz.net/-gqe-8y2e7

TPP : Pazifisches Handelsabkommen auch ohne Amerika

  • Aktualisiert am

Von den Medien begehrt: der neuseeländische Handelsminister Todd McClay Bild: Reuters

Donald Trump will außen vor bleiben, auch China macht nicht mit. Trotzdem wollen elf Staaten in Südostasien das Freihandelsabkommen TPP retten.

          Die Staaten des pazifischen Freihandelsabkommens TPP wollen nach Angaben von Neuseeland und Mexiko die Umsetzung nach dem Ausstieg der Vereinigten Staaten allein vorantreiben. "Wir konzentrieren uns darauf, wie wir mit den elf Ländern vorankommen können", sagte der neuseeländische Handelsminister Todd McClay am Sonntag bei einer Konferenz in Vietnam. Vertreter der TPP-Staaten kämen abermals im Juli in Japan zusammen, um konkrete Vorschläge für den November vorzubereiten. In einer Stellungnahme der Gruppe hieß es, sie bekenne sich zu einer Öffnung der Märkte und sei angesichts protektionistischer Tendenzen beunruhigt.

          Ziel der TPP-Staaten ist es, auch Amerika langfristig wieder in ihren Kreis aufzunehmen. Der amerikanische Handelsbeauftragte Robert Lighthizer erteilte dem zumindest für den jetzigen Zeitpunkt eine Absage. Die Vereinigten Staaten würden ihre Entscheidung zur Abkehr von TPP nicht rückgängig machen, erklärte er. Die Regierung in Washington strebe stattdessen bilaterale Abkommen mit den Ländern in der Region an.

          Eine der größten Herausforderungen wird es sein, Vietnam und Malaysia von einem Ausstieg aus dem Abkommen abzuhalten. Die beiden südostasiatischen Länder hatten sich von TPP insbesondere einen besseren Marktzugang in den Vereinigten Staaten versprochen. Jetzt wollen sie die Vereinbarung in einigen Punkten überarbeiten.

          Die Transpazifische Partnerschaft (TPP) ist zwar bereits ausgehandelt, aber noch nicht umgesetzt. Die Freihandelszone sollte zwölf Staaten wie die Vereinigten Staaten, Japan oder Australien umfassen, während China außen vor bleibt. Der amerikanische Präsident Donald Trump erklärte nach seinem Amtsantritt allerdings den Rückzug seines Landes aus dem Abkommen. Der Republikaner macht Abkommen wie TPP für den Verlust von amerikanischen Jobs verantwortlich. Mit Mexiko und Kanada will er zudem über das Nafta-Freihandelsabkommen verhandeln.

          Trump macht es vor : Was ist Protektionismus?

          Quelle: hade./Reuters

          Weitere Themen

          Amerikanische Senatoren erzielen Zwischenlösung Video-Seite öffnen

          Obamacare : Amerikanische Senatoren erzielen Zwischenlösung

          Einflussreiche Senatoren gaben am Dienstag in Amerika eine überparteiliche Einigung zur Stabilisierung des Gesundheitssystems für die kommenden zwei Jahre bekannt. Präsident Donald Trump nannte diese Einigung allerdings nur eine „Zwischenlösung“.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Merkel auf dem Weg auf dem Weg zum EU-Gipfel

          EU-Gipfel in Brüssel : Poker mit Erdogan

          Auf ihrem Gipfel in Brüssel beraten die EU-Staaten, wie sie den Druck auf die Türkei erhöhen können. Ein Abbruch des Beitritts ist bisher nicht in Sicht – wohl aber andere Maßnahmen.

          Christian Lindner : Demut unter der Dusche

          Der FDP-Vorsitzende legt am zweiten Tag der Sondierungen ein Buch über die Rückkehr der Liberalen vor – und seine Rolle dabei. Zudem will er einen Autoritätsverlust bei Merkel erkennen.
          Eheschließung für alle: Kritiker des Gesetzes befürchten eine schleichende Islamisierung des sozialen Lebens.

          Türkei beschließt neues Gesetz : Ehe für alle

          In der Türkei dürfen künftig auch Muftis Paare vermählen. Kritiker sehen das Gesetz als Angriff auf den Säkularismus – und befürchten eine Zunahme von Kinderheiraten.
          Ihre Bewerbung gefällt dem Kreml: die russische Journalistin Xenia Sobtschak, hier 2012 in Moskau

          Kandidatin Sobtschak : Ein Geschenk des Glamours

          Die Journalistin Xenia Sobtschak, die schon Glamour-Girl und Heldin in Reality-TV-Shows war, will bei der russischen Präsidentenwahl antreten. Das stößt auf Kritik – aus Sicht des Kremls ist ihre Bewerbung aber von Vorteil.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.