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Nach Trump-Interview : Merkel will für offene Märkte kämpfen

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Angela Merkel am Montagabend in Köln Bild: dpa

Die Kanzlerin kritisiert Donald Trump mit deutlichen Worten, ohne ihn beim Namen zu nennen. Außerdem plädiert sie für einen einheitlichen europäischen Binnenmarkt – ohne Ausnahmen.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen harten Kampf für internationalen Freihandel und Offenheit der Märkte angekündigt. Auf einer Veranstaltung der IHK Köln forderte sie am Montagabend die deutschen Unternehmen auf, sich diesem Kampf anzuschließen. Die Staatengemeinschaft habe die Finanzkrise durch Offenheit und Zusammenarbeit gemeinsam bewältigt. Aber heute würden einige schon wieder Auswege im Protektionismus suchen, sagte Merkel, ohne den künftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump namentlich zu erwähnen. „Ich bin da sehr entschieden. Aber die Zahl derer, die Zweifel anmelden, wird größer“, sagte sie mit Hinweis auf Freihandelsabkommen. Sie sei zutiefst davon überzeugt, dass Offenheit sowie die Akzeptanz von Wettbewerb die beste Voraussetzung zum Erhalt des Wohlstands in der Welt seien.

          Im Zusammenhang mit dem von ihr unterstützten transatlantischen Handelsabkommen TTIP sprach Merkel von einer nötigen Schlacht, die man „aus Prinzip“ schlagen müsse. „Und ich bin dazu gerne bereit.“ Die deutschen Unternehmen forderte Merkel ausdrücklich auf, sie zu unterstützen. „Ich bitte Sie, wirklich nicht aus kurzfristigen Opportunitätsgründen zu schnell von dem abzuweichen, das wir als grundlegend richtige und erfolgreiche Prinzipien immer und immer wieder erkannt haben“, mahnte sie. „Wer nicht für seine Ideale, für seine Grundwerte eintritt, wer um des kleinen Vorteils kurzfristig die Grundlage aufgibt, der wird dauerhaft nicht erfolgreich sein.“

          Trump hatte zuletzt auch deutsche Unternehmen aufgefordert, ihre Produktion von Mexiko in die Vereinigten Staaten zu verlagern. Andernfalls sollen sie hohe Einfuhrzölle zahlen.

          Außerdem forderte sie einen engen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft bei den Brexit-Verhandlungen. Sicher sei man aus vielen Gründen weiter an einem guten Verhältnis mit Großbritannien interessiert, sagte sie bei der Veranstaltung in Köln. Aber wenn Großbritannien die vier Grundfreiheiten des EU-Binnenmarktes nicht akzeptieren wolle, dann könne es keinen vollen Zugang mehr erhalten, so Merkel. Die britische Regierung will die Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus EU-Staaten einschränken. Theresa May hält dazu heute eine mit Spannung erwartete Grundsatzrede.

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          "Ich bitte Sie als Vertreter der Wirtschaft, dass wir da gemeinsam handeln", appellierte Merkel an die Unternehmen. "Denn wenn sich einmal herausstellt, dass man den vollen Zugang zum Binnenmarkt auch bekommen kann, wenn man sich bestimmte Dinge aussucht, dann wird sehr schnell der Binnenmarkt als solcher (...) in Gefahr geraten, weil sich jedes Land dann seine Rosinen herauspickt", sagte sie mit Blick auf die anderen 27 EU-Staaten. Das müsse verhindert werden. "Deshalb müssen Politik und Wirtschaft hier sehr gemeinsam agieren und handeln."

          Quelle: hade./Reuters

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