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Trotz Trumps Tweets : „Das Amerika-Geschäft der deutschen Firmen belebt sich“

  • Aktualisiert am

Schiffe werden beladen am Nordsee-Terminal des Hafens von Bremerhaven. Bild: ddp

Donald Trump hat wieder über den deutschen Exportüberschuss geklagt. Einen Tag später sagen Fachleute des DIHK noch stärker wachsende Ausfuhren nach Amerika voraus.

          Einen Tag nach neuerlicher Kritik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump am Handelsüberschuss der Bundesrepublik sagen Fachleute noch stärker wachsende Ausfuhren deutscher Firmen in die Vereinigten Staaten voraus. Die Experten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) haben ihre Prognose für das Amerika-Geschäft deutlich angehoben. „Wir halten 2017 ein Exportwachstum von bis zu zehn Prozent für möglich“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Bislang war nur ein Plus von fünf Prozent erwartet worden. „Deutsche Firmen bestätigen in unseren Umfragen, dass sich ihr US-Geschäft belebt“, so Treier weiter. „Das ist ein gutes Zeichen - aller handelsfeindlichen Rhetorik zum Trotz.“

          Trump hatte Deutschland am Dienstag abermals attackiert wegen des Überschusses im Handel mit den Vereinigten Staaten. „Sehr schlecht für die USA“, twitterte der frühere Immobilienunternehmer. „Das wird sich ändern.“

          Die deutschen Ausfuhren in die Vereinigten Staaten übertrafen in den ersten drei Monaten dieses Jahres die Einfuhren aus dem Land um beinahe 14 Milliarden Euro. Gegenüber keinem anderen Land erzielte Deutschland einen so hohen Überschuss.

          „Der wird aber zu einem großen Teil auch dazu genutzt, Produktionskapazitäten und Jobs in den Vereinigten Staaten aufzubauen“, sagte DIHK-Fachmann Treier. „Deutsche Unternehmen haben dort mehr als 700.000 Arbeitsplätze geschaffen und 230 Milliarden Euro in Produktionskapazitäten investiert.“

          Falls Trumps Regierung Gegenmaßnahmen ergreife, werde das den Handel bremsen. „Kommt es zum Aufbau von Zöllen und anderen Handelshürden, kann das schnell und signifikant auf das Geschäft durchschlagen.“

          Die deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten wachsen seit der Amtsübernahme von Trump im Januar wieder. Im ersten Quartal wuchsen sie um 8,2 Prozent auf 29,1 Milliarden Euro, nachdem sie im vergangenen Jahr 2016 insgesamt noch um sechs Prozent gefallen waren gegenüber dem Jahr zuvor.

          Angesichts der aktuellen Entwicklung könnten die Vereinigten Staaten 2017 das dritte Jahr in Folge wichtigster Abnehmer von Waren „Made in Germany“ werden - vor Frankreich und Großbritannien. „Dafür spricht der sehr gute Jahresauftakt im US-Geschäft“, so Treier. „Die amerikanische Konjunktur dürfte zudem im Jahresverlauf weiter anziehen. Auch der Euro bewegt sich immer noch in Bereichen, in denen er den deutschen Exportunternehmen eher nützt.“

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