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Plädoyer für TTIP : Freier Markt für Autobauer

  • Aktualisiert am

Mächtige Fürsprecher für das Freihandelsabkommen Bild: Reuters

Das Chlor-Hühnchen hat das Interesse am Freihhandelsabkommen TTIP geweckt. Die Autobranche sorgt sich nun, dass der Widerstand zu groß wird.

          Mit dem massiven Aufgebot führender Manager erhöhen die deutschen Autohersteller den Druck für einen Abschluss des umstrittenen Freihandelsabkommens TTIP mit den Vereinigten Staaten. Die Führungsspitzen von Daimler, BMW, Audi, Porsche und Ford sowie von Bosch traten in Berlin gemeinsam auf, um für den Wegfall von Handelshemmnissen zu werben.

          Die Branche treibt der zunehmende Widerstand gegen das Freihandelsabkommen um. „TTIP bietet eine einmalige Chance, unsere Märkte auf beiden Seiten des Atlantiks besser zu integrieren“, warb Daimler-Chef Dieter Zetsche. BMW-Chef Norbert Reithofer sagte, Autozölle als Schutz der heimischen Wirtschaft vor Wettbewerb seien zwischen Europa und den Vereinigten Staaten nicht mehr zeitgemäß. „Keine Seite muss vor der anderen geschützt werden.“ Ein so massives politisches Statement haben die Autobosse noch nie abgegeben. Lediglich am Rande von Messen waren Konzernchefs in der Vergangenheit gemeinsam aufgetreten, um sich für die Förderung der Elektromobilität einzusetzen.

          Allein die Zölle kosten eine Milliarde Euro

          Die Autokonzerne argumentieren damit, dass sie viel Geld sparen können, wenn wegen unterschiedlicher Vorgaben nicht mehr verschiedene Blinker, Seitenspiegel und Abblendlichter für Amerika und Europa produziert werden müssten. Allein die Zölle in den Vereinigten Staaten und der EU addieren sich laut Branchenverband VDA auf rund eine Milliarde Euro im Jahr.

          VDA-Chef Matthias Wissmann sagte, man nehme die Ängste der TTIP-Gegner ernst, teile sie aber nicht. Das Abkommen werde „eine Quelle nachhaltigen Wachstums und Wohlstands für alle Bürger in den USA und der EU“. Die Chefs von Volkswagen, Martin Winterkorn, und Opel, Karl-Thomas Neumann, nahmen aus Termingründen an dem Treffen nicht teil.

          Nordamerika ist der zweitwichtigste Markt

          Für die Autobauer ist Nordamerika nach China der zweitwichtigste Markt.  Auch dank des billigen Sprits steigt die Auto-Nachfrage dort nach Jahren der Krise wieder. Mehr als 16 Millionen Fahrzeuge wurden in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr verkauft, ein Plus von knapp sechs Prozent. Allein die deutschen Hersteller kommen auf knapp eine Million verkaufte Fahrzeuge.

          In Deutschland, aber auch in anderen EU-Ländern, gibt es bei einer Vielzahl gesellschaftlicher Gruppen - von Gewerkschaften über Umwelt- und Verbraucherschützer bis hin zu kirchlichen und kulturellen Organisationen - Widerstand gegen TTIP.  Im Zentrum der Kritik stehen Ängste, dass durch das Freihandelsabkommen Umwelt-, Arbeits- und Verbraucherschutzrechte ausgehebelt werden könnten. Die in der Automobilbranche in Deutschland stark vertretene IG Metall warnt zudem vor einer Aushöhlung von Mitbestimmungsrechten.

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