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Vorstandschef über Trumps Idee : „Amerika ist seit dem Zweiten Weltkrieg eine Konsumwirtschaft“

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Andrew Liveris (l.) nimmt von Donald Trump den Stift entgegen, mit dem dieser sein neuestes Dekret unterschrieb. Bild: AP

Amerikas Präsident Trump findet nicht gut, wie die Globalisierung abläuft. Ein Manager mit einem wohl sehr guten Draht zu ihm erklärt nun, worum es dem Immobilien-Milliardär gehen könnte.

          Andrew Liveris ist einer der amerikanischen Firmenlenker, die einen besonders guten Draht zum neuen Präsidenten Donald Trump haben. Der Vorstandschef des Unternehmens Dow Chemical war dabei, als sich Trump gerade mit der deutschen Kanzlerin und deutschen Unternehmenschefs traf, um über die duale Ausbildung zu sprechen. Und er war auch am 24. Februar im Oval Office dabei, als Donald Trump eine Anweisung unterschrieb, um Regulierung für Unternehmen in Amerika zu verringern. Liveris war derjenige, dem Trump den Stift gab, mit dem er kurz zuvor seine Unterschrift unter das entsprechende Dekret gesetzt hatte (siehe Bild).

          Womöglich vermittelt Liveris nun einen weiteren Einblick in die Vorstellungen, die der Präsident bezüglich seiner Wirtschaftspolitik hat. Der Prozess der Globalisierung werde sich wegen Trumps geplanten Maßnahmen anpassen, sagte Liveris dem Finanzsender CNBC am Rande einer Wirtschaftskonferenz in Peking. Und erklärte, was er damit meinte: „Stellen Sie sich das so vor: Amerika ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges weitgehend eine Konsumwirtschaft gewesen. Im Wesentlichen können Sie nahezu alles einführen, was Sie wollen und auf dem Weg verkaufen, den Sie wünschen. Um in Amerika zu investieren, gab es keinen anderen Anreiz als den Markt.“

          „Es geht nicht um China, sondern um Amerika“

          Überall sonst auf der Welt handele es sich demgegenüber um „Investitionswirtschaften“ – sogar Europa schütze Investitionen. „Deswegen würde ich Ihnen sagen, eine Rekalibrierung der Globalisierung findet nun statt.“

          Liveris bezog sich mit seinen Aussagen ausdrücklich auf die Ergebnisse des Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs der zwanzig wichtigsten Volkswirtschaften am vergangenen Wochenende in Baden-Baden. In der gemeinsamen Abschlusserklärung fehlte erstmals seit Jahren ein Passus, der dezidiert die Rolle des Freihandels hervorhebt und sich protektionistischen Maßnahmen entsagt – auf Drängen der neuen amerikanischen Führung, die durch ihren Finanzminister Steven Mnuchin vertreten war.

          „Ich würde sagen, für die amerikanische Administration ist es sehr wichtig, Arbeitsplätze im Verarbeitenden Gewerbe in Amerika zu schaffen“, sagte Liveris nun. „Wenn Sie auf die Daten schauen, hat Amerika diese Schlacht in den vergangenen drei Jahrzehnten verloren.“

          Seine Folgerung: „Das Anliegen ist nicht wirklich China-zentrisch. Es ist Amerika-zentrisch. Wie kann ich die Industrie in Amerika wiederaufleben lassen? Nicht, indem ich sie anderswo wegnehme, sondern indem ich sie wieder aufleben lasse in den Vereinigten Staaten.“

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