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Trump nach Merkel-Besuch : „Deutschland schuldet der Nato riesige Summen“

Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch beim amerikanischen Präsidenten Donald Trump Bild: AFP

Einen grundlegenden Meinungswechsel hat Kanzlerin Merkel bei Donald Trump ganz offensichtlich nicht bewirkt. Nicht mal einen Tag nach ihrem Treffen pocht der amerikanische Präsident auf einen besseren Deal für sein Land.

          Der jüngste Tweet des amerikanischen Präsidenten beginnt, wie fast alle seine Tweets beginnen: „Trotz allem, was ihr von den FAKE NEWS gehört habt...“. Dann folgt ungewöhnlicherweise ein Kompliment: „hatte ich ein GROSSARTIGES Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel“. Hätte er es dabei bewenden lassen, die deutsche Kanzlerin wäre wohl überglücklich gewesen.

          Christoph Schäfer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zu ihrem Leidwesen ruft ihr der Gastgeber aber keine 24 Stunden nach ihrem Treffen hinterher: „Dennoch: Deutschland schuldet der Nato riesige Summen, und die Vereinigten Staaten müssen besser für ihre mächtige und kostspielige Verteidigung bezahlt werden, die sie Deutschland bieten!“ Rums! Das hatte man sich im Kanzleramt wahrscheinlich harmonischer gewünscht.

          Der zentrale Vorwurf ist dabei nichts Neues: Nach Ansicht der Trump-Administration geben so gut wie alle Partner des Verteidigungsbündnisses zu wenig Geld für ihren Schutz aus. Sie verließen sich schlicht darauf, dass die Vereinigten Staaten sie im Krisenfall schon aus der Misere retten würden. Für Washington sei das kein guter Deal, denn Amerika halte sich an alle Verabredungen und gebe für seine militärische Stärke jedes Jahr Hunderte Milliarden Dollar aus.

          Tatsächlich haben die Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr 3,61 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes in ihr Militär investiert. Deutschland steckte lediglich 1,2 Prozent in seinen Verteidigungshaushalt. Gemessen an den Zusagen ist das zu wenig, denn jeder Nato-Staat hat sich auf die Zielvorgabe von zwei Prozent verpflichtet.

          Trump, der stets darüber klagt, dass die Vereinigten Staaten in der Vergangenheit schlechte Deals gemacht hätten, hatte die Bündnispartner deshalb auch beim Treffen mit Merkel aufgefordert, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Die derzeitige Lage sei „ungerecht“ gegenüber Washington.

          Merkel hatte ihm anschließend versichert, dass die Bundesregierung weiter auf das Nato-Ziel hinarbeiten wolle, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Daran hat Trump sie nun noch einmal in aller Öffentlichkeit erinnert.

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