Home
http://www.faz.net/-gqe-7h0tg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Trotz vieler befristeter Stellen Jeder fünfte Akademiker mit Doktortitel geht in die Forschung

Wer einen Doktortitel erwirbt, entscheidet sich nicht immer dafür, auch in der Forschung zu arbeiten; aktuellen Zahlen zufolge ist es rund jeder Fünfte. Die Wissenschaftler schätzen die kreative Tätigkeit trotz oft unsicherer Stellen.

© dpa Vergrößern Doktortitel und dann? Rund ein Fünftel der Promovierten geht in die Forschung.

Rund jeder Fünfte Akademiker mit einem Doktortitel arbeitet in Deutschland in der Forschung. Obwohl die Stellen oft befristet sind, sind die Promovierten mit ihrer Tätigkeit zufrieden. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden herausgefunden. Die am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse basieren auf einer freiwilligen Stichprobe von 20.000 Hochqualifizierten.

Insgesamt waren im Jahr 2011 in Deutschland rund 752.000 Personen promoviert. Über alle Altersstufen hinweg betrug der Anteil der Frauen daran 31 Prozent. Bei den unter 45-Jährigen ist zudem der Frauenanteil an den Promovierten mit 41 Prozent fast doppelt so hoch wie in der Altersgruppe der über 55-Jährigen (22 Prozent).

Mehr zum Thema

Mehr Frauen in MINT-Fächern

Das Bundesbildungsministerium wertete die Zahlen als „erfreulich“.  Insbesondere verdeutlichten sie, dass es gelinge, „ immer mehr Frauen zu ermutigen, ihre Potentiale auch auszuschöpfen“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Aber es gibt noch Luft nach oben.“

Besonders erfreut zeigte sich die Ministerin über die positive Entwicklung in den Fächergruppen, in denen Frauen traditionell eine Minderheit darstellen. So liegt der Anteil der weiblichen Promovierten in der MINT-Fächergruppe über alle Altersgruppen hinweg bei 22 Prozent, bei den unter 45-Jährigen bereits bei 27 Prozent.

Viele zeitlich befristete Stellen

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren vor allem Promovierte der naturwissenschaftlichen, mathematischen und technischen Fächer forschend tätig: 46 Prozent aller forschenden Promovierten hatten in Naturwissenschaften und Mathematik ihren Abschuss erworben, weitere 16 Prozent in den Ingenieurwissenschaften. Auf die Sprach-, Kultur- und Kunstwissenschaften entfielen 15 Prozent und auf die Humanmedizin 12 Prozent aller Forscherinnen und  Forscher. Den geringsten Anteil an den forschenden Promovierten hatten mit 10 Prozent Promovierte der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Die Arbeitsbedingungen sind indes nicht immer rosig: 18 Prozent der promovierten Forscher befanden sich 2011 in einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis. „Damit war der Anteil dreimal so hoch wie bei den Promovierten, die nicht forschend tätig waren“, berichtete Destatis-Mitarbeiterin Daniela Krenner. Trotzdem seien 93 Prozent mit ihrem Beruf insgesamt zufrieden gewesen. Sie schätzten ihre Tätigkeit als kreativ und innovativ oder gaben an, ihr Forschungsthema interessiere sie sehr.

Quelle: FAZ.NET mit DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Universitäres Arbeitsrecht Keine Befristung ohne qualifizierten Grund

Die Zeit wahlloser Befristungen an deutschen Universitäten soll ein Ende haben. Ganz ohne befristete Verträge wird man aber wohl nicht auskommen. An welche Bedingungen sind sie zu knüpfen? Mehr Von Cornelius Richter und Gert G. Wagner

16.04.2015, 12:05 Uhr | Feuilleton
Herero-Frauen Trachten in Erinnerung an den Völkermord

Die Herero-Frauen im namibischen Dorf Ovitoto legen großen Wert auf ihre traditionelle Tracht. Die Rückbesinnung auf diese Kleidung hängt Forschern zufolge auch mit dem Völkermord Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Deutschen zusammen. Mehr

03.02.2015, 09:06 Uhr | Gesellschaft
Risiko für Alzheimer-Demenz Wie Depression und Diabetes im Gehirn wüten

Depressionen und Diabetes scheinen das Risiko für eine Alzheimer-Demenz erheblich zu steigern. Aber welche Rolle spielt zusätzlich der Lebensstil? Forciert er die Abwärtsspirale? Mehr Von Nicola von Lutterotti

27.04.2015, 17:00 Uhr | Wissen
Forschung aus Brasilien Spucke von Zecken könnte gegen Krebs helfen

Der Speichel von Zecken kann möglicherweise gegen Krebs helfen. Brasilianische Forscher kamen zu vielversprechenden Ergebnissen. Nach Ansicht der Forscher am Butantan Institut in São Paulo könnte der Speichel der Spinnentiere extrem wertvoll im Kampf gegen Krebs sein. Mehr

17.11.2014, 13:15 Uhr | Wissen
Studie unter Studenten Cannabis-Konsum sorgt für schlechte Noten

Studenten, die Cannabis konsumieren, haben schlechtere Noten. Besonders großen Einfluss hat das Rauschmittel auf die Zensuren in Fächern mit mathematischem Anteil. Mehr

13.04.2015, 16:00 Uhr | Beruf-Chance
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 29.08.2013, 12:06 Uhr

Neue alte Deutsche Bank

Von Holger Steltzner

Die Deutsche Bank wollte immer zu den besten Banken der Welt gehören. Der Börsenkurs spricht eine andere Sprache. Was nun als Ergebnis strategischer Überlegungen verkauft werden soll, ist teils ein Gebot der Not. Mehr 27 34


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden