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Trotz vieler befristeter Stellen Jeder fünfte Akademiker mit Doktortitel geht in die Forschung

Wer einen Doktortitel erwirbt, entscheidet sich nicht immer dafür, auch in der Forschung zu arbeiten; aktuellen Zahlen zufolge ist es rund jeder Fünfte. Die Wissenschaftler schätzen die kreative Tätigkeit trotz oft unsicherer Stellen.

© dpa Vergrößern Doktortitel und dann? Rund ein Fünftel der Promovierten geht in die Forschung.

Rund jeder Fünfte Akademiker mit einem Doktortitel arbeitet in Deutschland in der Forschung. Obwohl die Stellen oft befristet sind, sind die Promovierten mit ihrer Tätigkeit zufrieden. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden herausgefunden. Die am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse basieren auf einer freiwilligen Stichprobe von 20.000 Hochqualifizierten.

Insgesamt waren im Jahr 2011 in Deutschland rund 752.000 Personen promoviert. Über alle Altersstufen hinweg betrug der Anteil der Frauen daran 31 Prozent. Bei den unter 45-Jährigen ist zudem der Frauenanteil an den Promovierten mit 41 Prozent fast doppelt so hoch wie in der Altersgruppe der über 55-Jährigen (22 Prozent).

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Mehr Frauen in MINT-Fächern

Das Bundesbildungsministerium wertete die Zahlen als „erfreulich“.  Insbesondere verdeutlichten sie, dass es gelinge, „ immer mehr Frauen zu ermutigen, ihre Potentiale auch auszuschöpfen“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Aber es gibt noch Luft nach oben.“

Besonders erfreut zeigte sich die Ministerin über die positive Entwicklung in den Fächergruppen, in denen Frauen traditionell eine Minderheit darstellen. So liegt der Anteil der weiblichen Promovierten in der MINT-Fächergruppe über alle Altersgruppen hinweg bei 22 Prozent, bei den unter 45-Jährigen bereits bei 27 Prozent.

Viele zeitlich befristete Stellen

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren vor allem Promovierte der naturwissenschaftlichen, mathematischen und technischen Fächer forschend tätig: 46 Prozent aller forschenden Promovierten hatten in Naturwissenschaften und Mathematik ihren Abschuss erworben, weitere 16 Prozent in den Ingenieurwissenschaften. Auf die Sprach-, Kultur- und Kunstwissenschaften entfielen 15 Prozent und auf die Humanmedizin 12 Prozent aller Forscherinnen und  Forscher. Den geringsten Anteil an den forschenden Promovierten hatten mit 10 Prozent Promovierte der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Die Arbeitsbedingungen sind indes nicht immer rosig: 18 Prozent der promovierten Forscher befanden sich 2011 in einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis. „Damit war der Anteil dreimal so hoch wie bei den Promovierten, die nicht forschend tätig waren“, berichtete Destatis-Mitarbeiterin Daniela Krenner. Trotzdem seien 93 Prozent mit ihrem Beruf insgesamt zufrieden gewesen. Sie schätzten ihre Tätigkeit als kreativ und innovativ oder gaben an, ihr Forschungsthema interessiere sie sehr.

Quelle: FAZ.NET mit DPA

 
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