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Trotz Atomausstiegs : Stromexport auf Rekordhoch

  • Aktualisiert am

Die gesunkenen Preise an der Strombörse beflügeln die Nachfrage aus dem Ausland. Bild: dpa

Deutschlands Stromwirtschaft steuert dieses Jahr trotz des Atomausstiegs auf einen kräftigen Exportüberschuss zu. Von Januar bis August hat Deutschland schon 12,4 Milliarden Kilowattstunden exportiert.

          Die Ökostrom-Produktion und die dadurch gedrückten Preise an den Energie-Börsen haben den deutschen Stromexport auf ein Rekord-Hoch getrieben. Gut eineinhalb Jahre nach der Abschaltung der älteren Atommeiler schnellte der Netto-Export in diesem Jahr bis einschließlich August mit 12,4 Milliarden Kilowattstunden auf ein neues Hoch. Nach vorläufigen Zahlen erhöht sich mit dem Monat September der Wert sogar auf 14,7 Terawattstunden. Das teilte der Bundesverband der deutschen Energiewirtschaft – kurz: BDEW -  am Freitag in Berlin mit. Im Vorjahr hatte Deutschland im Sommer anders als jetzt Strom importiert.

          In dem Wert ist zwar auch der rein physische Stromfluss enthalten, etwa bei starker Windkraft-Produktion über die Grenzen. Dieser wird nicht bezahlt. Aber die gesunkenen Preise an der Strombörse beflügelt nach Angaben eines BDEW-Sprechers auch die Nachfrage etwa aus den Niederlanden. Dort gingen dafür dann beispielsweise Gaskraftwerke vom Netz.

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          Seit Oktober 2011 hat Deutschland ausschließlich mehr Strom exportiert als importiert :

          Der VIK, der Verband der großen Stromabnehmer aus der Industrie, wollte die Exportzahlen nicht als Erfolg der Energiewende werten. Häufig produzierten Wind- und Solaranlagen, wenn keine Nachfrage vorhanden sei. Zudem drücke der Ökostrom Gaskraftwerke aus dem Markt, die aber etwa zu windschwachen Zeiten als Ausgleich für den Ökostrom gebraucht würden. Wichtig sei daher der Ausbau der Netze und Speicher in Deutschland, sagte VIK-Hauptgeschäftsführerin Annette Loske. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hatte erst am Donnerstag erneut auf den Kostenanstieg durch die Energiewende hingewiesen.

          Die Preise an den Strombörsen sind wegen der stark gestiegenen Erzeugung aus Wind- oder Solarkraftwerken in den letzten Jahren allerdings deutlich gesunken. Je nach Stromliefervertrag sprechen Experten von den niedrigsten Tarifen der letzten drei bis sieben Jahre.

          Da auf diese Großhandelstarife aber noch Steuern und Abgaben kommen, die den größten Teil des Preises ausmachen, macht sich dies bei den Haushalten kaum bemerkbar. So war in den vergangenen Jahren die Ökostrom-Umlage deutlich gestiegen.

          Die Industrie aber ist zu großen Teilen von der Ökostrom-Umlage und der Ökosteuer befreit. Besonders zur Mittagszeit, wenn die Preise an den Börsen wegen der starken Nachfrage besonders hoch sind, macht sich der Ökostrom für Kunden positiv bemerkbar. Gerade dann produzieren zwischen Frühjahr und Herbst die Solaranlagen besonders viel Energie.

          Quelle: Reuters/dpa

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