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Trendwende beim Einkommen Arm und Reich nähern sich wieder an

Die Lohnschere schließt sich seit 2005 langsam wieder: Die Haushaltseinkommen der Deutschen sind wieder gleicher verteilt. Der Grund ist einleuchtend.

© ddp Vergrößern In Ostdeutschland, wie hier in Dresden, erhöht sich der Anteil der Bevölkerung, der laut statistischer Definition von einem Armutsrisiko betroffen ist, weiter

Die Lohneinkommen der Deutschen sind wieder gleicher verteilt als noch vor wenigen Jahren. Zuvor hatte sich die „Lohnschere“ viele Jahre geöffnet. Das geht aus einer Studie hervor, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) an diesem Donnerstag in Berlin veröffentlicht hat.

Den „Höhepunkt“ erreichte die politisch oft kritisierte Ungleichverteilung der Löhne demnach 2005. Seitdem kehre sich der Trend langsam wieder um, geht aus der Studie hervor. Sie basiert auf Daten des „sozioökonomischen Panels“ (Soep), einer der größten jährlichen Befragungen von Haushalten auf der Welt. Darin geben mehr als 1000 deutsche Haushalte, repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählt, auch ihr jährliches Einkommen an.

Der Trend gilt für West- und Ostdeutschland

Während die realen Haushaltseinkommen von 2005 bis 2010 deutlich stiegen, habe auch „die Ungleichheit in der Verteilung der Einkommen sowohl in Westdeutschland als auch in Ostdeutschland abgenommen“, heißt es in der Studie. Nun hat sie, gemessen mit dem statistischen Maß des „Gini-Koeffizienten“, wieder den Stand des Jahres 2000 erreicht.

In den vergangenen Auswertungen hatte das DIW - zuletzt 2007 - von zunehmender Ungleichheit berichtet. Auch andere Organisationen hatten diesen Trend gesehen. Seit Beginn der 1990er Jahre war dieser Trend zu beobachten; damals waren die Einkommen noch viel gleichmäßiger verteilt. Als ein Grund für die Umkehr gilt die zuletzt hohe Beschäftigung und steigende Erwerbsbeteiligung in Deutschland.

Für einzelne Gruppen nimmt die Ungleichheit weiter zu

Die realen Markteinkommen in Westdeutschland stiegen laut DIW von 2005 bis 2010 um 4 Prozent. Die Statistiker verwendeten die Maßzahl des bedarfsgewichteten Markteinkommens. Diese enthält Kapital- und Lohneinkommen, private Transferzahlungen und Renten. Internationaler Literatur folgend, habe man auch fiktive Einkommen aus selbst genutztem Wohneigentum zugerechnet.

Für einzelne Gruppen nimmt die Ungleichheit indes weiter zu. Das gilt zum Beispiel für die geringverdienenden Ostdeutschen. Außerdem erhöhte sich, entgegen dem übergeordneteten Trend, der Anteil der Bevölkerung, der laut statistischer Definition von einem Armutsrisiko betroffen ist, in Ostdeutschland weiter. In Westdeutschland ging diese Quote zuletzt dagegen wieder leicht zurück. In den vergangenen Jahren war die gesellschaftliche und politische Debatte von Hinweisen auf die wachsende Ungleichverteilung der Einkommen geprägt.

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Quelle: F.A.Z.

 
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