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Treibhausgase Ende des Optimismus

 ·  Die Vereinten Nationen sprechen von beunruhigenden Zeichen: Die Treibhausgas-Emissionen bleiben hoch. In Nairobi wird über eine Fortsetzung des Kyoto-Protokolls verhandelt.

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Die Treibhausgasemissionen der Industrieländer sind zwischen 1990 und 2004 insgesamt um 3,3 Prozent gesunken. Dieser Rückgang ist aber ausschließlich auf einen um 36,8 Prozent geringeren Ausstoß in den mittel- und osteuropäischen Staaten zurückzuführen. Die übrigen Mitgliedsländer der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) verbuchten dagegen eine Zunahme ihrer Emissionen um 11 Prozent.

UNFCCC-Exekutivsekretär Yvo de Boer sprach von einem beunruhigenden Zeichen, da zuletzt (zwischen 2000 und 2004) auch in den mittel- und osteuropäischen Ländern die Emissionen um 4,1 Prozent gestiegen seien. Die Industriestaaten müßten daher ihre Klimaschutzanstrengungen verstärken und effektive politische Schritte zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes beschließen, forderte Boer am Montag bei der Vorstellung des Berichts „Treibhausgase 2006“ in Bonn. Besonders im Transportsektor müsse der Treibhausgasausstoß dringend gesenkt werden. In diesem Wirtschaftszweig seien die Emissionen von 1990 bis 2004 um 23,9 Prozent gestiegen.

Am 6. November startet Klimakonferenz in Nairobi

Der Bericht umfaßt erstmals die Daten aller 41 Industrieländer, die Mitglieder der UN-Klimarahmenkonvention sind. Betrachtet man lediglich jene Staaten, die zugleich auch das Klimaschutzabkommen von Kyoto ratifiziert haben, ergibt sich ein ähnliches Bild: Insgesamt gingen die Emissionen zwischen 1990 und 2004 um 15,3 Prozent zurück. Einem Rückgang um 37 Prozent in den Transformationsländern stand eine Zunahme um 3,7 Prozent in den übrigen Kyoto-Staaten gegenüber.

Video: Klimakonferenz eröffnet

Das Kyoto-Protokoll verpflichtet gegenwärtig 35 Industrienationen und die Europäische Gemeinschaft, die Treibhausgasemissionen zwischen 2008 und 2012 um gut 5 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Boer sieht weiterhin „gute Chancen“, daß die Kyoto-Mitglieder - auch durch Klimaschutzinvestitionen in Entwicklungs- und anderen Industrieländern - ihre länderspezifischen Verpflichtungen erreichen. Auf der UN-Klimakonferenz in Nairobi vom 6. bis 17. November wird unter anderem über die Zukunft des Kyoto-Protokolls nach 2012 verhandelt.

Quelle: nf. / F.A.Z., 31.10.2006, Nr. 253 / Seite 18
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