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Tourismus Wird Deutschland zum Reiseziel?

18.07.2005 ·  Wenn am 9. Juli 2006 der Schlußpfiff bei der Fußball-Weltmeisterschaft fällt und der Einzelhandel mit seiner Abrechnung beginnt, dann fängt für das Tourismusgeschäft erst alles an.

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Wenn am 9. Juli 2006 der Schlußpfiff bei der Fußball-Weltmeisterschaft fällt und der Einzelhandel mit seiner Abrechnung beginnt, dann fängt für das Tourismusgeschäft erst alles an. Dann nämlich werden die Fremdenverkehrsverbände nicht nur reflektieren, wie gastfreundlich sich das Land während der WM präsentiert hat; dann fragt man sich auch, inwieweit die Bemühungen, das Land als Touristenziel zu vermarkten, tatsächlich Früchte tragen.

"Die WM birgt ein gewaltiges wirtschaftliches Potential, für die Hotellerie und Gastronomie genauso wie für andere Dienstleistungsbereiche", sagt Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Gut hat es Berlin, das durch die Politik sowieso schon im Fokus der internationalen Gäste steht. Ebenso gefragt dürften die Großstädte Hamburg, München und Frankfurt sein. Dagegen bleibt fraglich, ob die Touristen aus aller Welt auch den Weg in die kleineren Spielstätten wie Kaiserslautern oder Gelsenkirchen finden.

Mit 5,5 Millionen zusätzlichen Übernachtungen und einem Zuwachs von 1,7 Prozent rechnet der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Etwa 500 Hotels werden von der "2006 Fifa World Cup Accomodation Sercives GmbH" vermarktet. "Der Vorverkauf läuft gut, aber es sind noch Zimmer frei", berichtet Stefanie Heckel, Sprecherin vom Dehoga. Insgesamt werden drei Millionen WM-Touristen erwartet, eine Million davon aus dem Ausland. "Und man darf nicht vergessen, daß außer den Touristen, die ins Land kommen, Milliarden Menschen vor dem Fernseher sitzen werden", sagt Heckel. Die Weltmeisterschaft sei eine einmalige Chance, Deutschland als Reiseland zu vermarkten. Derzeit rechnet die Hotelbranche mit rund 10000 Arbeitsplätzen, die durch die WM entstehen. "Wie dauerhaft die allerdings sein werden, ist ungewiß", sagt Heckel. "Bestehen bleiben sie nur, wenn die Menschen nach der WM wiederkommen."

Quelle: isk., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.07.2005, Nr. 28 / Seite 34
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Von Heike Göbel

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