Europas größter Touristikkonzern TUI ist im traditionell schwachen ersten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht als im Vorjahr. Allerdings verbesserte sich das Ergebnis der Kernsparte Touristik deutlich. Angesichts weiterhin leicht steigender Buchungszuwächse für die Sommersaison zeigte sich TUI am Donnerstag für das Gesamtjahr 2004 unverändert optimistisch.
Der operative Verlust vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) habe sich auf 209 Millionen Euro (Vorjahr: minus 88 Mio Euro) erhöht, teilte TUI mit. Das Unternehmen traf damit aber die Erwartungen der Analysten. Der Konzernverlust weitete sich um gut 50 Prozent auf 149 Millionen Euro aus. Hauptgrund sei das Fehlen von Verkaufserlösen, die im Vorjahr mehr als 200 Millionen Euro Buchgewinn ausgemacht hatten, hieß es. Bereinigt um diese Sondererträge habe sich der operative Konzernverlust im ersten Quartal um 21 Prozent auf 227 Millionen Euro verringert. Der Umsatz fiel infolge der im vorigen Jahr verkauften Handelstochter AMC um 6,8 Prozent auf 3,52 Milliarden Euro.
„Vertrauen der Verbraucher kehrt zurück“
TUI-Chef Michael Frenzel stellte im Quartalsbericht die Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis in der Touristik heraus. „Das Vertrauen der Verbraucher kehrt europaweit zurück. Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Frenzel. Der Touristik-Umsatz stieg um fünf Prozent auf 2,33 Milliarden Euro. Der operative Verlust der TUI-Kernsparte verringerte sich dank gesunkener Kosten und höherer Effizienz um 27 Prozent auf 185 Millionen Euro. Für das laufende Jahr bleibt TUI für die Touristik sowie auch die Logistik-Sparte mit der Hapag-Lloyd AG optimistisch. Die Touristik werde ihr operatives Ergebnis in diesem Jahr deutlich verbessern, hieß es.
Die Wintersaison 2003/04 sei mit gut sechs Prozent Zuwachs bei den gebuchten Umsätze geendet. Für die Sommersaison 2004 lägen die Umsätze aktuell 3,3 Prozent über Vorjahr und damit stärker als noch Ende März mit plus 2,4 Prozent. Insbesondere in den beiden wichtigsten Touristikmärkten Europas liegt TUI für den Sommer eigenen Angaben zufolge besser als im Konzerndurchschnitt: In Großbritannien betrage das Umsatzplus derzeit 6,9 Prozent, in Deutschland nach einem schwachen Start mittlerweile 3,3 Prozent.