Der britische Vorschlag einer Sondersteuer auf Finanzgeschäfte überrascht, vor allem, weil er von Adair Turner, dem Chef der Londoner Finanzaufsicht, kommt. Die Londoner City würde nach dieser Finanzkrise am liebsten wieder auf Business as usual einschwenken. Deshalb sorgt sich Turner zu Recht.
Es ist beunruhigend zu sehen, wie zähe Lobby-Arbeit der Banker hinter den Kulissen dafür sorgt, dass Reformansätze unterminiert werden - Hauptsache, das Finanzgeschäft floriert und die City blüht. Turner will deshalb Sand ins Getriebe streuen. Eine Sondersteuer ist jedoch der falsche Weg. Unabhängig davon, dass sie unpraktikabel und global nicht durchzusetzen wäre: Gerade jetzt darf der Politik nicht noch eine Steuer in die Hand gegeben werden, die von der Regierung sofort missbraucht würde, um Haushaltslöcher zu stopfen und den immer höheren Schuldenberg abzutragen.
Es gibt bessere Wege, um die Banker zur Räson zu bringen: eine höhere Eigenkapitalunterlegung ihrer Geschäfte; eine Beteiligung der Banken an dem Risiko ihrer Produkte und Verbote, dem durch außerbilanzielles Geschäft auszuweichen. Dies muss nur konsequent - auch auf Kosten der City - umgesetzt werden.