23.11.2008 · Als durchsickerte, dass Tim Geithner Finanzminister wird, schnellte der Dow Jones in die Höhe. Die Begeisterung sei den Anlegern gegönnt; doch ein solcher Kurssprung lässt sich kaum vernünftig begründen. Kein Zweifel besteht freilich daran, dass Geithner eine gute Wahl ist.
Von Claus TiggesDass an der Börse derzeit einiges drunter und drüber geht, ließ sich am Freitag wieder am Kursverlauf ablesen. Als durchsickerte, Barack Obama werde den Präsidenten der Federal Reserve Bank von New York, Tim Geithner, zum Finanzminister machen, schnellte der Dow Jones um fast 500 Punkte in die Höhe. Die Begeisterung sei den Anlegern gegönnt; doch bei näherer Betrachtung lässt sich ein solcher Kurssprung kaum vernünftig begründen. Die Not muss schon sehr groß sein, wenn sie auf die Ankündigung einer – zugegeben wichtigen – Personalie in einen solchen Begeisterungssturm fallen.
Kein Zweifel besteht freilich daran, dass Geithner eine gute Wahl ist. Der Währungshüter hat sich als Krisenmanager einen Namen gemacht und entscheidend dazu beigetragen, dass das amerikanische Finanzsystem nicht kollabiert ist. Von der Spitze des Ministeriums aus wird er auch die Neuordnung der Finanzaufsicht in die Wege leiten. Es wird keine leichte Aufgabe sein, dem politischen Druck nach allzu strenger Regulierung standzuhalten. Geithner wird beweisen müssen, dass er trotz des notwendigen Pragmatismus marktwirtschaftlichen Grundsätzen treu bleibt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.376,51 | −1,27% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2443 | −0,36% |
| Rohöl Brent Crude | 104,77 $ | −1,95% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
Anonym bewerben? Ist das gut?