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Thailand Thaksins Vermögen

21.09.2006 ·  Der gestürzte thailändische Ministerpräsident war zum Zeitpunkt des Militärputsches bei der UN-Vollversammlung. Inzwischen ist er in London eingetroffen, wo er eine Residenz hat. Hunger wird er dort nicht leiden. Er gilt als viertreichster Mann Thailands.

Von Christoph Hein
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Hunger muß er nicht leiden. Auch ohne sein Salär als Ministerpräsident Thailands kann Thaksin Shinawatra bestens leben. Er besitzt mehrere Wohnsitze, unter anderem eine Residenz in London, wo auch eine der Töchter studiert und die Familie sich nun treffen will. Seine Frau Potjaman flüchtete am Mittwoch zunächst nach Singapur.

Mit dem Stadtstaat hat der Thaksin-Clan ein gutes Verhältnis: Singapurs Staatsunternehmen Singapore Telecommunications hat 49,6 Prozent an Thaksins Telekommunikationskonzern Shin Corp. gekauft. Dieser Verkauf war es, der den Ministerpräsidenten endgültig politisch ins Trudeln brachte. Zugleich aber spülte er weitere 1,9 Milliarden Dollar in die Schatulle seiner Familie - steuerfrei.

Nicht Thaksin selbst, sondern sein Sohn wurde bestraft

Gerne kokettiert Thaksin in bescheidenem Englisch damit, doch nur Polizeibeamter zu sein. Das stimmt zwar, ist indes nur die halbe Wahrheit: Thaksin wurde an der Universität Houston in Kriminologie promoviert, heiratete die Tochter eines der höchsten Polizeigeneräle. Sein Vermögen machte er nach der Rückkehr in sein Heimatland: Er verkaufte der thailändischen Polizei exklusiv Computer, wobei seine Ehe ihm sicher nicht geschadet hat.

Video: Militärputsch in Thailand

Aus diesen Anfängen formte er das führende Telekommunikations- und Medienunternehmen des Königreiches. Der Börsengang 1990 legte den Grundstein, reichster Mann des Landes zu werden. Nach der jahrelangen Kritik an seinem Vermögen und der Unterstellung von Steuerhinterziehung hat der Vater dreier Kinder es rechtzeitig seiner Familie übertragen, die es zum großen Teil über Auslandsgesellschaften steuert.

So wurde auch nicht etwa Thaksin selbst, sondern sein Sohn Panthongtaer aufgrund falscher Angaben gegenüber den Behörden als Verkäufer der Shin-Corp-Anteile bestraft - mit etwa 150 000 Dollar. In der jüngsten Forbes-Liste wird der gestürzte Ministerpräsident mit einem Vermögen von 2,2 Milliarden Dollar auf Platz vier unter Thailands Reichsten geführt.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

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