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Veröffentlicht: 29.01.2002, 17:00 Uhr

Textil BH-Hersteller beugt sich der Kritik

Der Damenunterwäsche-Hersteller Triumph hat auf die massive Kritik von Menschenrechtsorganisationen reagiert und eine Fabrik in Burma geschlossen.

© Réseau Solidarité Kampagne gegen Triumph

Nach massiver Kritik von Menschenrechtsorganisationen und der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) gibt die Damenunterwäsche-Firma Triumph International ihre Produktion in Myanmar auf. Das Münchner Unternehmen begründete den Schritt in Zürich mit der „zunehmend emotional geführten öffentlichen Debatte in Europa um die politische Lage in Myanmar", das besser bekannt ist unter dem althergebrachten Namen Burma. Triumph wird die Produktionsanlagen innerhalb der nächsten vier Monate schließen und die rund 1.000 Beschäftigten entlassen.

Menschenrechtsgruppen wie die Kampagne „Clean-Clothes“ hatten Triumph unter anderem vorgeworfen, dass beim Fabrikbau und bei der Produktion Kinder und Zwangsarbeiter eingesetzt worden waren. Außerdem kritisierten sie, dass der Dessous-Produzent zur Stabilisierung der Militärdiktatur beitrage. In Anzeigen wurde zum Boykott von Triumph-Produkten aufgerufen, bis sich das Unternehmen aus Burma zurückzieht. Die IAO hatte im November 2000 empfohlen, dass Firmen und ganze Staaten ihre Beziehungen zu Burma überdenken sollten, weil in dem südostasiatischen Land Zwangsarbeit an der Tagesordnung sei.

Triumph bestreitet Vorwürfe

Triumph stellte seit 1997 in Burma Damenunterwäsche her. Den dortigen Mitarbeitern dort gehe es deutlich besser als den meisten anderen Beschäftigten in dem Land, hielt die Schweizer Sparte des Münchner Konzerns seinen Kritikern entgegen; Zwangsarbeiter seien nicht unter der Belegschaft. Allerdings hatte sich der Wäschehersteller in der Vergangenheit regelmäßig geweigert, seine Fabrik Journalisten zu zeigen.

Die bisherige Belegschaft werde mit dem Rückzug des Unternehmens nun vor große persönliche Probleme gestellt, was Triumph unbedingt habe verhindern wollen, betonte die Firma. Triumph hatte vergeblich einen Käufer für die Fertigungsstätten gesucht.

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Von Rüdiger Köhn

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