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Veröffentlicht: 14.05.2013, 14:30 Uhr

Teures Kleingeld EU-Kommission stellt Cent-Münzen infrage

Die Herstellung und Herausgabe der Münzen ist laut EU-Kommission teurer als der Wert der Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Währungskommissar Rehn macht radikale Vorschläge.

© dpa Gefährdetes Kleingeld

Die EU-Kommission erwägt, den Bürgern die Brieftasche zu erleichtern und Münzen im Wert von ein und zwei Cent gänzlich abzuschaffen. Die Ausgabe des Kleinstgeldes habe die 17 Euro-Staaten seit dem Start der Gemeinschaftswährung im Jahr 2002 zusammen etwa 1,4 Milliarden Euro gekostet, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Währungskommissar Olli Rehn legte den Euro-Ländern vier Szenarien für eine Vergünstigung oder eine Abschaffung der Cent-Münzen zur weiteren Diskussion vor.

Der Kostenaufwand für die Herausgabe des Kleingeldes hat mehrere Gründe. Die Herstellung und Herausgabe der Münzen ist nach Darstellung der Kommission relativ teuer, zumindest übersteige beides den Wert der Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Zugleich müssten die Zentralbanken ausgerechnet von den Ein- und Zwei-Cent-Stücken besonders viele Münzen herausgeben. Gut jede zweite Eurocent-Münze ist laut Kommission eine Ein- oder Zwei-Cent-Münze. Insgesamt seien in den letzten elf Jahren 45,8 Milliarden solcher Kleinstmünzen in Umlauf gebracht worden.

Zwei von der Kommission vorgeschlagene Szenarien sehen vor, die Kosten für die Cent-Münzen zu reduzieren, etwa durch eine andere Materialmischung oder ein effizienteres Prägungsverfahren. Für diese Option spricht aus Sicht der Kommission, dass ein Ende der Ein- und Zwei-Cent-Münzen bei viele Menschen kein Verständnis finden würde. Die Maßnahme könne durch die Menschen als Verteuerung wahrgenommen werden.

Das laut Kommission vernünftigere Szenario sieht die gänzliche Abschaffung vor. Dies solle entweder geschehen, indem innerhalb einer bestimmten Frist möglichst viele Cent-Münzen eingesammelt und sie dann als Zahlungsmittel verboten werden; oder aber, es würden einfach keine weiteren Münzen mehr herausgegeben. Dann, so die Kommission, würden die Ein- und Zwei-Cent mit der Zeit automatisch verschwinden. Erstens weil sie keinen praktischen Nutzen mehr hätten und zweitens weil die kleinen Münzen sowieso ständig verloren gingen.

Die Frage nach dem Nutzen von Kleinmünzen ist ein Dauerbrenner und taucht seit der Einführung des Euro-Bargeldes immer wieder auf. Das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten hatten die EU-Kommission aufgefordert, Kosten, Nutzen und öffentliche Akzeptanz der beiden kleinsten Euro-Geldstücke zu untersuchen. Zuletzt hatte die Europäische Zentralbank (EZB) auch die Zukunft des 500-Euro-Scheins infrage gestellt. Der violette Geldschein steht im Ruf, vor allem von Steuerhinterziehern und Kriminellen benutzt zu werden.

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