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Testament für Großbanken : Noch leben sie

Regeln für den Fall, dass eine große Bank scheitert, sind gut. Wichtiger ist aber, dass es gar nicht so weit kommt - mit einer guten Aufsicht und keiner unguten Kameraderie zwischen Politik, Aufsicht und Finanzgewerbe.

          Die Idee, dass große und systemrelevante Banken verpflichtet sein sollten, eine Art Testament zu veröffentlichen, ist nicht makaber. Vielmehr sind vorab vereinbarte Regeln für das Scheitern einer großen Bank notwendig, um auch in Krisenzeiten einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Finanzsystems beizusteuern.

          Die nun von Briten und Amerikanern gemeinsam präsentierten Vorschläge für die Abwicklung einer großen Bank beruhen auf dem vernünftigen Prinzip der Haftung. Zunächst einmal müssen die Eigentümer bluten, danach die Besitzer unbesicherten Fremdkapitals. Das Management wird entlassen. Die Kapitalausstattung der Banken soll so großzügig sein, dass der Steuerzahler nicht für die Verfehlungen von Banken einzuspringen braucht.

          So vernünftig Testamente für den Fall der Fälle auch sind, gilt aber: In erster Linie müssen ein geeigneter Ordnungsrahmen für das Finanzgewerbe und eine zupackende Aufsicht das Ihrige dafür tun, dass systemrelevante Banken erst gar nicht in Lebensgefahr geraten. Die größte Gefahr ist eine ungute Kameraderie zwischen Politik, Aufsicht und Finanzgewerbe zu Lasten der Allgemeinheit. Die besten Regeln nützen nichts, wenn die Aufsicht nicht genau hinschaut.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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