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Telekommunikation Vivendi verklagt Telekom auf 2,2 Milliarden Euro

17.05.2005 ·  Im Streit um die Macht beim polnischen Mobilfunkunternehmen PTC fordert der Konzern Vivendi Universal rund 2,2 Milliarden Euro Schadenersatz von der Deutschen Telekom. In Bonn und an der Börse herrscht Gelassenheit.

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Im Streit um die Macht beim polnischen Mobilfunkunternehmen PTC fordert der französische Mischkonzern Vivendi Universal rund 2,2 Milliarden Euro Schadenersatz von der Deutschen Telekom. Vivendi kündigte eine Klage vor dem Handelsgericht in Paris gegen die Deutsche Telekom an. Die Franzosen werfen der Telekom vor, im September 2004 die Verhandlungen mit dem polnischen Versorger Elektrim über den Kauf von dessen 51-Prozent-Anteil an PTC unangekündigt und ohne Grund abgebrochen zu haben. Vivendi wolle die Verluste aus seiner indirekten Beteiligung an PTC ersetzt bekommen.

„Wir werden die Behauptungen von Vivendi im Einzelnen prüfen", sagte ein Telekom-Sprecher. „Nach heutiger Sicht läßt sich sagen: Die Klage entbehrt jeder rechtlichen Grundlage.“ Die Telekom, die bisher 49 Prozent an PTC hält, streitet seit Monaten mit Vivendi über die Übernahme weiterer PTC-Anteile aus dem Besitz von Elektrim. Nach einem für sie günstigen Urteil eines Schiedsgerichts in Wien hatte sie jüngst eine Kaufoption für die Anteile von Elektrim an PTC ausgeübt, deren Existenz der polnische Versorger aber bestreitet.

Selbst die Eigentumsverhältnisse an den Anteilen an PTC, die nicht der Deutschen Telekom gehören, sind umstritten. Sowohl ein Schiedsgericht in Wien als auch ein Registergericht in Polen haben bereits entschieden, daß die Anteile Elektrim zuzurechnen sind. Vivendi erkennt das Schiedsgerichtsurteil aber nicht an. Die Franzosen stehen auf dem Standpunkt, daß die PTC-Anteile nicht Elektrim allein zuzuordnen sind, sondern dem Gemeinschaftsunternehmen Elektrim Telekomunikacja (ET), an dem Vivendi 51 Prozent hält. Die restlichen 49 Prozent an ET liegen bei Elektrim.

Vivendi erklärte, die Telekom habe die Verhandlungen damals deshalb plötzlich abgebrochen, weil sie sich die Aktien von PTC zum geringstmöglichen Preis habe aneignen wollen - allerdings mit nach Ansicht der Franzosen ungesetzlichen Methoden. In Vivendi-Kreisen hieß es, die Klage sei durchaus ernstzunehmen und nicht nur Verhandlungstaktik. Der erste Verhandlungstag sei für den 5. September angesetzt.

Auf der Hauptversammlung hatte die Telekom deutlich gemacht, daß sie bei PTC nicht klein beigeben wolle. „An einen Ausstieg aus PTC denken wir selbstverständlich nicht", betonte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick.

Börsianer reagierten gelassen auf die Milliardenklage. Die Aktie der Deutschen Telekom lag mit dem Dax-Trend ein Prozent im Minus bei 14,54 Euro. „Es ist sehr unwahrscheinlich, daß dies finanzielle Konsequenzen für die Telekom haben wird", sagte Hans-Peter Kuhlmann, Analyst bei der BW-Bank. „Dies ist ein weiterer taktischer Schachzug von Vivendi, was man an der Höhe des Schadensersatzanspruches erkennen kann.“ Irgendwann werde es einen Vergleich geben, ergänzte Kuhlmann. „Dies ist vermutlich eine präventive Maßnahme von Vivendi, um den Druck auf die Telekom zu erhöhen und sich eine bessere Position für einen Kompromiß zu schaffen.“

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Von Heike Göbel

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