09.10.2004 · Die Deutsche Telekom will ihre Internet-Tochter T-Online von der Börse nehmen und macht den Aktionären ein Kaufangebot von 8,99 Euro je Aktie. T-Online soll, nicht unerwartet, komplett mit der Telekom verschmelzen.
Die Deutsche Telekom will ihre Internet-Tochter T-Online von der Börse nehmen. Den Aktionären soll ein Kaufangebot von 8,99 Euro je Aktie gemacht werden, teilte das Unternehmen in einer am Samstag veröffentlichten Pflichtmitteilung mit.
T-Online solle voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2005 komplett in der Deutschen Telekom aufgehen. Daher werde es auch einen Umtausch von T-Online-Aktien in Telekom-Aktien geben.
Die Telekom hält derzeit 73,9 Prozent an ihrer Online-Tochter. Weitere 20,4 Prozent liegen im Streubesitz, und ein Paket von 5,7 Prozent gehört der französischen Lagardère-Gruppe.
Der Preis von 8,99 Euro je Stückaktie entspricht dem Schlußkurs vom Freitag abend. Das freiwillige öffentliche Kaufangebot sei nicht an das Erreichen bestimmter Aufnahmequoten gebunden, erklärte die Telekom. Eine entsprechende Angebotsunterlage mit den konkreten Bestimmungen solle noch im November veröffentlicht werden. Die T-Online-Aktie war im Frühjahr 2000 zu einem Ausgabepreis von 27 Euro an die Börse gebracht worden.
Spekulationen im Vorfeld
Über eine Wiedereingliederung von T-Online war im Zuge des weitreichenden Konzernumbaus immer wieder spekuliert worden. Die bisherigen vier Telekom-Sparten T-Com (Festnetz), T-Mobile (Mobilfunk), T-Systems (Systemlösungen) und T-Online (Internet) werden nach den Plänen von Konzernchef Kai-Uwe Ricke zum Jahreswechsel unter dem Dach der drei strategischen Geschäftsfelder Breitband/Festnetz, Mobilfunk und Geschäftskunden gebündelt. Entsprechend wird auch der Vorstand gestrafft.
Vor einem Monat hatte die Telekom bereits mitgeteilt, daß der bisherige IBM-Geschäftsführer Walter Raizner im Rahmen der neuen Konzernstruktur künftig für den Bereich Breitband und Festnetz im Vorstand verantwortlich zeichnen wird, also auch für das Geschäft der Internettochter. T-Online-Chef Thomas Holtrop, der durch den Umbau zum Jahreswechsel aus dem Telekom-Vorstand ausgeschieden wäre, trat daher zurück.
Der Markenname bleibt
„Zwingender Grund“ für die Verschmelzung der T-Online International AG mit der Telekom sei deren neue Strategie für die Entwicklung des Festnetz und Breitband-Geschäfts in Deutschland, hieß es vom Unternehmen. Die Integration von T-Online werde eine „optimale und durchgängige Ausschöpfung der Kundenbeziehung“ ermöglichen. Der Markenname T-Online werde erhalten bleiben.
Die Telekom warnte die T-Online-Aktionäre, daß für sie das Verhältnis beim Umtausch in Telekom-Aktien auf Grundlage heutiger Erwartungen voraussichtlich unter der derzeitigen Marktpreisrelation liegen werde. Die Telekom-Aktie schloß am Freitag mit 15,22 Euro. Der Verschmelzungsvertrag und das Umtauschverhältnis würden vermutlich nicht vor Januar 2005 verfügbar sein. Die Unterlagen zum Rückkauf-Angebot an die Aktionäre könnten dagegen bereits im November veröffentlicht werden.
Die T-Online-Aktie hatte sich zuletzt wieder etwas von einem Kurstief bei 7,53 Euro Anfang August erholt. Ihre schlechteste Notierung hatte sie im Herbst 2001 mit 4,85 Euro erlebt. Der Höchstkurs lag auf dem Höhepunkt der Internet-Euphorie Mitte 2000 bei 48 Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,63 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2443 | −0,36% |
| Rohöl Brent Crude | 104,77 $ | −1,95% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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