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Telekommunikation Motorola nimmt Nokia weiter Marktanteile ab

21.07.2004 ·  Der weltweit zweitgrößte Handy-Hersteller Motorola hat durch die Aufgabe seiner Chipsparte einen Verlust erlitten, den Umsatz jedoch gesteigert. Beim Marktanteil profitiert Motorola vom Absatzrückgang beim Konkurrenten Nokia.

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Der weltweit zweitgrößte Handy-Hersteller Motorola hat durch die Aufgabe seiner Chipsparte einen Verlust erlitten, den Umsatz jedoch gesteigert und Marktanteile gewonnen.

Motorola gab am Dienstag nach Börsenschluß in den Vereinigten Staaten für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 203 Millionen Dollar oder neun Cent je Aktie bekannt, verglichen mit einem Gewinn von 119 Millionen Dollar oder fünf Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 41 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar und übertraf damit Analystenerwartungen von 8,44 Milliarden Dollar.

Motorola-Aktien stiegen nachbörslich um 5,6 Prozent nach einem Schlußkurs von 16,09 Dollar in New York.

Börsengang schiebt Motorola in die Verlustzone

Motorola hatte sich vergangene Woche von 30 Prozent seiner Chipsparte getrennt, die als Freescale Semiconductor an die Börse ging. Der Rest soll bis zum Jahresende folgen. Ohne die damit verbundenen Kosten und anderen Einzelposten verbuchte Motorola einen Gewinn von 21 Cent je Aktie und übertraf damit die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten, die durchschnittlich von etwa 18 Cent je Aktie ausgegangen waren.

Die Firma mit Sitz in Schaumburg im Bundesstaat Illinois gewann auf Kosten des Rivalen Nokia Marktanteile hinzu. „Nokias Verlust ist Motorolas Gewinn", sagte Edward Snyder von Charter Equity Research. „Ihr Schwung vom vergangenen Quartal setzt sich fort.“

Weltmarktführer Nokia verfügt dem Marktforscher Gartner zufolge derzeit über einen Marktanteil von 29 Prozent. Motorola steigerte sich im ersten Quartal auf 16,4 Prozent im Vergleich zu 14,7 Prozent im Vorjahr.

Motorola will profitabler werden

Motorola-CEO Edward Zander betonte jedoch, seine Firma könne sich angesichts der brutalen Konkurrenz auf dem Handymarkt nicht zurücklehnen. „Wir nehmen uns ein Quartal nach dem anderen vor", sagte er. In den kommenden zwei Jahren müßten viele der Abläufe seiner Firma umgebaut werden.

Motorola hat nach eigenen Angaben in der Berichtszeit 24,1 Millionen Geräte ausgeliefert, 52 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Angetrieben worden sei das Wachstum von 17 neuen Modellen. Der durchschnittliche Verkaufspreis sei auf Jahressicht um 16 Prozent gestiegen, gegenüber dem Vorquartal stagnierte er.

Für das laufende dritte Quartal erwartete Motorola einen Umsatz von 8,4 Milliarden bis 8,8 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 15 Cent je Aktie bis 19 Cent je Aktie. Analysten erwarten einen Umsatz von 8,41 Milliarden Dollar, in dem jedoch noch Teile des Chipgeschäfts berücksichtigt wurden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, Dow Jones-VWD, Bloomberg
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Von Heike Göbel

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