Im vergangenen Jahrzehnt hat die Deutsche Telekom schon mehr als 100.000 Stellen gestrichen. Jetzt will Vorstandschef Kai-Uwe Ricke sich bis Ende 2008 von 32.000 seiner 170.000 Mitarbeiter in Deutschland trennen. Entlassungen plant er nicht, die Mitarbeiter sollen über Abfindungen, Altersteilzeit und Vorruhestandsangebote ausscheiden. Der ehemalige Monopolist steht vor allem in der Festnetzsparte unter wachsendem Wettbewerbsdruck.
Zudem wird die Umstellung der Netze auf die Internet-Technologie in den kommenden Jahren viele Arbeitsplätze überflüssig machen. Der Personalabbau soll die Kosten von 2009 an um jährlich rund 1,7 Milliarden Euro drücken. Die Börse hat die Pläne nicht honoriert. Dafür läuft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Sturm gegen den Personalschnitt und droht mit Streiks. Verdi pocht vor allem auf eine Verlängerung der 2008 auslaufenden Vereinbarungen über den Ausschluß betriebsbedingter Kündigungen.
Die Telekom hat für das Programm 3,3 Milliarden Euro eingeplant und will dafür auf keinen Fall mehr Geld in die Hand nehmen. Ein Unsicherheitsfaktor ist noch die ungeklärte Finanzierung der geplanten Frühpensionierung von rund 6.000 früheren Bundespost-Beamten. Die Telekom will die Vorruheständler möglichst schon im Alter von 59 Jahren in die normale Alterspension entlassen, so daß die Pensionskosten von diesem Zeitpunkt an in vollem Umfang vom Bund bezahlt werden müßten.