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Telekommunikation BenQ weiter in den roten Zahlen

24.08.2006 ·  Der taiwanesische Konzern BenQ macht weiter Verluste. Für die 3.100 Mitarbeiter in den deutschen Werken von BenQ Mobile ist das keine gute Nachricht. Seit mehr als einem dreiviertel Jahr gehört die Handysparte von Siemens den Asiaten.

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Der zur taiwanesischen BenQ zählende verlustreiche Handybauer BenQ Mobile wird nach eigenen Angaben erst Mitte 2007 schwarze Zahlen schreiben. „Wesentlicher Grund sind verspätete Produkteinführungen und Belastungen auf Grund der Bereinigung des Portfolios von Produkten mit geringen Ergebnisbeiträgen“, teilte das Münchener Unternehmen am Donnerstag mit.

Ursprünglich hatte das mit großen Absatzproblemen kämpfende Unternehmen damit gerechnet, noch Ende dieses Jahres in die Gewinnzone zu kommen.

Keine Beschäftigungsgarantie

Keine gute Nachricht für die über 3.000 Mitarbeiter des Unternehmens in Deutschland. BenQ Mobile hatte seine Kosten bereits um 400 Millionen Euro gesenkt und tiefe Einschnitte beim Personal vollzogen. Der Standort Ulm wurde geschlossen. Die Mitarbeiter im Werk Kamp-Lintfort verzichten bis Jahresende auf Teile ihres Lohns.

Eine Beschäftigungsgarantie besteht allerdings nicht für sie. „Das ist ein falsches Gerücht, das sich beständig hält“, sagte ein BenQ-Sprecher gegenüber FAZ.NET. Es gebe lediglich eine Absichtserklärung des Managements, betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden.

Finanzspritze vom Mutterkonzern

Die Handy-Sparte, die das Mobilfunkgeschäft von Siemens übernommen hatte, soll vom Mutterkonzern noch im laufenden Jahr eine Finanzspritze von 400 Millionen Dollar erhalten. Entscheidend daran sei, daß der Mutterkonzern sich damit klar zur Handysparte bekannt habe, erklärte der Sprecher gegenüber FAZ.NET.

BenQ Mobile will seinen Sparkurs verschärfen. So soll die Fertigung von Handys im Werk in Mexicali in Mexiko eingestellt werden. In der Summe sollen in diesem Jahr weitere 150 Millionen Euro eingespart werden, hieß es.

Standorte werden auf Sparmöglichkeiten abgeklopft

Von der Schließung seien 30 Arbeitnehmer betroffen. BenQ Mobile werde jeden der acht verbleibenden Standorte verstärkt auf Sparmöglichkeiten abklopfen. Der neue Finanzchef David Wang soll die Kostensenkungen umsetzen.

Daneben werde BenQ die Zahl der neuen Mobiltelefon-Modelle im kommenden Jahr um ein Drittel auf 20 reduzieren. Im laufenden Jahr bringt der Anbieter 30 neue Handy-Varianten auf den Markt. Trotz der breit angelegten Produktoffensive war es BenQ Mobile nicht gelungen, den Absatz nennenswert zu steigern. Marktforschern zufolge betrug der Weltmarktanteil zuletzt drei Prozent.

Bandenwerbung beim FC Bayern

Eine Marketingoffensive soll nun die Bekanntheit der Marke steigern. Ab der neuen Saison werden etwa die Fußballer von Real Madrid den BenQ-Schriftzug auf der Brust tragen. Beim FC Bayern München sei das Unternehmen als Sponsor eingestiegen und bereits mit Bandenwerbung vertreten.

Die Verluste der Handy-Sparte belasteten auch weiterhin den taiwanesischen Mutterkonzern. BenQ bezifferte den Verlust für das vergangene Quartal auf 2,51 Milliarden Taiwan-Dollar (knapp 60 Millionen Euro). Im Vorjahreszeitraum fuhren die Taiwaner noch einen Gewinn von 480 Millionen Taiwan-Dollar ein, im Vorquartal einen Verlust von fünf Milliarden Taiwan Dollar.

BenQ kündigte Restrukturierungsmaßnahmen an. Abgesehen von Handys, soll die Produktion aller anderen Geräte bis zum Jahresende ausgegliedert werden. BenQ fertigt auch Fernseher, MP3-Abspielgeräte und andere Unterhaltungselektronik. Im Auftrag von Dell und Hewlett-Packard stellen die Asiaten auch Computer her.

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