Home
http://www.faz.net/-gqe-2rrv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Telekom Neue Aktien, aufgeweichte Haltefristen und verspieltes Vertrauen

 ·  Die deutsche Telekom verspielte mit ihrer Haltefristen-Regelung für ehemalige VoiceStream-Aktionäre einiges Vertrauen. Nun scheint Ruhe eingekehrt zu sein - doch für wie lange?

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die Kurssteigerungen der letzten Tage können kaum darüber hinwegtäuschen: Die Deutsche Telekom verbrannte sich mit ihrer Haltefristen-Regelung für Großaktionäre der übernommenen US-Firmen VoiceStream und Powertel ordentlich die Finger.

Rund 1,2 Milliarden neuer Aktien wurden anlässlich der Übernahme an die Aktionäre von VoiceStream und Powertel ausgegeben. Etwa die Hälfte dieser Aktien ging an Kleinaktionäre. Die ehemaligen Großaktionäre erhielten 557 Millionen Stück T-Aktien. Mit ihnen vereinbarte die Telekom, einen Teil der Aktien nicht vor September, den anderen nicht vor Dezember auf den Markt zu bringen.

Anleger fühlen sich getäuscht

Doch die Vereinbarung erwies sich als Schimäre. Telekom-Aktienbesitzer fühlten sich getäuscht - und zwar von mehreren Seiten: Einerseits von der Deutschen Bank, die eine Kaufempfehlung für Telekom-Aktien aussprach, gleichzeitig aber 35 Millionen Aktien des VoiceStream-Großaktionärs Hutchison Whampoa in Umlauf brachte. Hutchison umging die Haltefristen-Regelung elegant dadurch, dass die Aktien auf Termin verkauft wurden (Erläuterungen dazu siehe Link „Hutchison ist überall“). Andererseits durch die Deutsche Telekom selbst, die den hoch verschuldeten finnischen Telekom-Konzern vorübergehend von seinen Haltefristen entband und einen vorzeitigen Verkauf von 21,9 Millionen Aktien in kleinen Tranchen billigte.

Kurserholung, aber weiter volatil

Beide Meldungen ließen den Kurs um rund 30 Prozent auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren fallen. In den letzen Tagen stieg der Kurs der T-Aktie wieder an. Die Telekom bemühte sich, mit Hutchison einen „geordneten Verkauf" zu vereinbaren. Fürs erste scheint nun Ruhe um die Telekom-Aktien eingekehrt zu sein. Analysten geben sich allerdings noch nicht ganz überzeugt und rechnen weiterhin mit einer hohen Beweglichkeit des Aktienkurses.

Großaktionäre halten T-Aktie

Der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa gibt an, keine weiteren Verkäufe tätigen zu wollen - auch nach Ablauf der Haltefristen. Der finnische Telekom-Konzern Sonera hatte bereits in der Vergangenheit angekündigt, seinen Anteil von nunmehr 50 Millionen Aktien veräußern zu wollen.

Die US-Firma Telephone and Data Systems (TDS) will nach eigenen Angaben ihre Anteile zu dem derzeitigen Kursniveau nicht verkaufen. „Sollte sich jedoch ein gutes Geschäft ergeben und der Aktienkurs einen vernünftigen Wert erreichen, könnten wir uns von unseren Anteilen möglicherweise trennen", sagte TDS-Sprecher Mark Steinkrauss.

SCANA Communications und die ITC Holding gaben bekannt, ihre Aktien längerfristig behalten zu wollen. Auch John Stanton, der ehemalige Chef von VoiceStream, will dem Vernehmen nach seine Aktien nach Ablauf der Haltefristen nicht verkaufen.

Quelle: @wied, mit Material von Reuters, dpa, lnw
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Hoffnungswert Konsum

Von Philip Plickert

Den meisten deutschen Kosumenten scheint die Euro-Krise weit weg. Sie geben ihr Geld mit vollen Händen aus. Doch kann der private Konsum die entscheidende Stütze der Konjunktur werden? Mehr 1 3

Umfrage

Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --