29.05.2008 · Wenn ausgeschiedene Vorstände versuchen, ihre Haut dadurch zu retten, dass sie ihren ehemaligen Chef und den Vorsitzenden des Aufsichtsrates beschuldigen, ist Feuer unter dem Dach. So steht es um die Deutsche Telekom.
Von Johannes WinkelhageWenn ausgeschiedene Vorstände versuchen, ihre Haut dadurch zu retten, dass sie ihren ehemaligen Chef und den Vorsitzenden des Aufsichtsrates beschuldigen, ist Feuer unter dem Dach. So steht es um die Deutsche Telekom.
Obwohl formal zuständig, weist der ehemalige Personalvorstand die Verantwortung für die Spitzelei gegenüber Aufsichtsräten, Managern und Journalisten von sich und beschuldigt den damaligen Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke und den ausgeschiedenen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel. Sie sollen den Ausforschungsauftrag gegeben haben.
Gesamte Führungsriege gerät ins Wanken
Auch wenn die Darstellung von den Beschuldigten zurückgewiesen wird, glaubt man den Beteiligten inzwischen immer weniger. Die Unschuldsvermutung wird mit jedem neu bekanntwerdenden Detail aufgeweicht.
Die gesamte Telekom-Führungsriege der Jahre 2005 und 2006 gerät unter den Verdacht, das Recht wissentlich in beschämender Weise gebrochen zu haben. Der Skandal eskaliert. Dem könnten auch die zum Opfer fallen, die damals wie heute dabei waren. Das sind Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick und René Obermann - heute der Vorstandsvorsitzende.