Der Siemens-Konzern hat seine Ertragskraft unbeeindruckt von der Konjunkturflaute deutlich gesteigert. Im Geschäftsjahr 2002/2003 (30. September) ging der Gewinn bei Deutschlands größtem Elektro-Konzern zwar leicht von 2,6 auf 2,44 Milliarden Euro zurück. Im Jahr zuvor hatte aber ein Erlös von 936 Millionen Euro aus dem Verkauf von Infineon-Anteilen das Ergebnis aufpoliert. Bereinigt um diesen Sondereffekt stieg der Siemens-Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 47 Prozent. Siemens-Chef Heinrich von Pierer hat signalisiert, daß er auch nach Ablauf seines Vertrages im Amt bleiben könnte.
Im vierten Quartal (Juli bis September) machte das Unternehmen einen Nettogewinn von 724 Millionen Euro, wie Siemens am Donnerstag mitteilte. Damit lag Siemens nicht nur über seiner eigenen Vorhersage von wenigstens 500 Millionen Euro, sondern schlug auch die Prognosen von Analysten. Die Anteilseigner können sich damit wider Erwarten auf eine erhöhte Dividende von 1,10 Euro freuen. Im Vorjahr hatte Siemens einen Euro gezahlt. Der Konzern könne sehr zufrieden sein, sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer in München.
Umsatz zieht an
Der Umsatz von Deutschlands größtem Elektrokonzern ging im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002/2003 um 12 Prozent auf 74,2 Milliarden Euro zurück. Im vierten Quartal konnte Siemens hier aber erstmals wieder Zuwächse erzielen.
Der größte Sanierungsbereich, die Netzwerksparte ICN, erreichte im Schlußquartal mit einem operativen Gewinn von 57(minus 325) Millionen Euro wie erwartet die Ertragszone. Im Gesamtjahr konnte Siemens in der Sparte den Verlust auf 366 (691) Millionen Euro verringern. Stärkste Gewinnbringer waren die Sparten Energieerzeugung (PG) mit einem operativen Jahresgewinn von 1,171 (1,582) Milliarden Euro und die Medizintechnik mit 1,118 (1,018) Milliarden Euro.
Zweistelliges Gewinnwachstum angekündigt
Für das laufende Jahr hat sich Siemens ehrgeizige Ziele gesetzt. Der Gewinn nach Steuern solle prozentual zweistellig wachsen, kündigte Pierer an. Auch der Umsatz solle wieder zulegen. Damit wagte Siemens ungewohnt früh eine Prognose für das Geschäftsjahr 2003/2004.
Pierer hat erstmals offiziell eine Verlängerung seines Vertrags über das Jahr 2004 hinaus angedeutet. Entsprechende Spekulationen seien nicht unbedingt falsch, sagte er am Donnerstag vor der Bilanz-Pressekonferenz in München. „Es gibt kein besseres Unternehmen als Siemens.“ Allerdings entscheide letztendlich der Aufsichtsrat und er müsse auch seine Frau fragen. In Unternehmenskreisen wird damit gerechnet, dass Pierer bis zur Hauptversammlung im Januar 2006 weitermacht.