09.06.2006 · Mitten im Streit über Kosten und Technologietransfer treten die Chinesen auf die Bremse. Die Magnetschnellbahn in Shanghai, die das deutsche Transrapid-Konsortium bauen möchte, sei „nicht dringlich“.
Die Verhandlungen über die neue Strecke der deutschen Magnetschnellbahn Transrapid in China stehen „kurz vor dem Scheitern“. Die chinesische Seite droht damit, ihre Pläne für die Verlängerung der bestehenden Flughafenverbindung in Schanghai über 175 Kilometer in die Nachbarstadt Hangzhou aufzugeben und statt dessen eine Eisenbahn zu bauen, wie aus einem Bericht der Zeitung „21st Century Business Herald“ hervorging. Das Büro des chinesischen Projektleiters Wu Xiangming in Schanghai wollte sich dazu am Freitag auf Anfrage nicht äußern.
„China wird den Bau der Magnetschnellbahnlinie einstellen, wenn die Gespräche vollständig zum Stillstand kommen“, sagte Wu Xiangming allerdings in dem Zeitungsbericht, der am Freitag auch von anderen chinesischen Medien zitiert wurde. Der Vizedirektor der zuständigen Reform- und Entwicklungskommission in der Provinz Zhejiang, Chai Xianlong, nannte die Magnetbahn darin nicht unverzichtbar und „nicht dringlich“. Es sei nicht nötig, sie jetzt zu bauen. Auch müsse sie nicht vor Beginn der Weltausstellung 2010 in Schanghai fertig werden.
Der Experte Wang Gang von der Tongji-Universität, der an den Verhandlungen beteiligt ist, sagte nach Angaben der Zeitung, es könnte auch eine Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke zwischen Schanghai und Hangzhou gebaut werden. Ferner arbeite China schließlich selber an der Magnetbahntechnologie. Hauptstreitpunkt in den Verhandlungen des Transrapid-Konsortiums aus Thyssen-Krupp und Siemens mit der chinesischen Seite sind die Kosten und das Ausmaß des von China gewünschten Technologietransfers.
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