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Technolgie/Computer Die Unternehmenskunden kaufen wieder Computer

15.01.2004 ·  Den Technologieunternehmen geht es deutlich besser. Das beweisen sowohl die Quartalsberichte des Chipherstellers Intel, der Computerhersteller IBM und Apple, als auch die jüngsten Quartalszahlen des koreanischen Elektronikkonzerns Samsung.

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Den Technologieunternehmen geht es deutlich besser. Das beweisen sowohl die Quartalsberichte des Chipherstellers Intel, der Computerhersteller IBM und Apple, als auch die jüngsten Quartalszahlen des koreanischen Elektronikkonzerns Samsung. Die Zahlen der Marktforschungsagenturen Gartner und IDC zum Markt für Personalcomputer (PC), Laptops und Netzwerkrecher (Server) sehen besser aus als vor Jahresfrist. So hat der Absatz dieser Geräte nach Stückzahlen im Jahr 2003 um 10,9 Prozent auf knapp 169 Millionen Geräte zugelegt (siehe Tabelle). Die Börse reagierte auf diese Nachrichten indes in der Regel nicht euphorisch; die Anleger hatten auf noch optimistischere Ausblicke gehofft.

Intel

"Die Unternehmen fangen wieder an zu investieren", sagte Intel-Europachef Jürgen Thiel zur Begründung des guten Geschäftsverlaufs gegenüber dieser Zeitung. Inzwischen sei die Einsicht gereift, daß die alte Hardware den Anforderungen moderner Software nicht mehr gewachsen sei. Vor diesen Hintergrund hat Intel sein Nettoergebnis im vierten Quartal des vergangenen Jahres auf 2,17 (Vorjahr: 1,05) Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Das Ergebnis je Aktie erreicht 33 (16) Cent und liegt damit weit über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten von 23 bis 28 Cent, wobei zu berücksichtigen ist, daß außerordentliche Erträge in Höhe von 6 Cent je Aktie vom Unternehmen zuvor nicht angekündigt worden waren. Der Umsatz ist um 22 Prozent auf 8,74 Milliarden Dollar auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Nach den Worten von Thiel ist das Geschäft in Europa besonders dynamisch gewachsen, der Anteil am Intel-Gesamtumsatz sei von 21 Prozent im Vorquartal auf 24 Prozent gestiegen. Im Geschäft mit Privatkunden baue das Notebook seine Marktposition immer weiter aus. "In einigen Einzelhandelsketten entfällt schon die Hälfte der PC-Verkäufe auf Notebooks", sagte Thiel. Die Intel-Aktie stand allerdings unter Abgabedruck.

IBM

Auch der Computerkonzern IBM, dessen Geschäft vor allem von Unternehmenskunden abhängt, lieferte Anzeichen für eine größere Investitionsbereitschaft. In der Dienstleistungssparte, die für 47 Prozent des Gesamtumsatzes steht, verbuchte das Unternehmen im vierten Quartal einen Auftragseingang von 17 Milliarden Dollar. Das übertraf deutlich den Wert der beiden vorangegangenen Quartale, als IBM ein Auftragsvolumen von 15 und 10,7 Milliarden Dollar auswies.

Insgesamt lag der Quartalsbericht von IBM über den Erwartungen und bescherte der Aktie einen Höhenflug: So steigerte IBM den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent auf 25,9 Milliarden Dollar; Analysten hatten im Schnitt mit 25,0 Milliarden Dollar gerechnet. IBM hat dabei allerdings vom schwachen Dollar profitiert. Währungsbereinigt hätte der Umsatzzuwachs im Quartal nur bei einem Prozent gelegen. Der Nettogewinn erhöhte sich von 1,0 auf 2,7 Milliarden Dollar. Im Vorjahresergebnis war ein Nachsteueraufwand von 405 Millionen Dollar im Zusammenhang mit der Akquisition von Pricewaterhouse Coopers enthalten. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,55 Dollar um 5 Cent über den Schätzungen. Die IBM-Aktie gewann rund 5 Prozent und notierte bei 95 Dollar.

Apple

Der Computerkonzern Apple hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2003/2004 (27. September) vor allem von seinem Geschäft mit dem digitalen Musikspieler "iPod" profitiert. Apple verkaufte mehr als 730 000 dieser Geräte. Das entspricht einem Umsatz von 256 Millionen Dollar. Im ersten Quartal des vorigen Geschäftsjahres lag der Umsatz mit "iPod" noch bei 81 Millionen Dollar. Der Gesamtumsatz von Apple stieg im Berichtszeitraum um mehr als ein Drittel auf 2,0 Milliarden Dollar. Dabei wies das Unternehmen einen Gewinn von 63 Millionen Dollar aus, nach einem Verlust von 8 Millionen Dollar im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie lag bei 17 Cent und damit um 2 Cent über den durchschnittlichen Schätzungen von Analysten, und auch der Umsatz übertraf die Prognosen. Trotzdem büßte die Apple-Aktie nach der Mitteilung leicht ein. Analysten hatten zum Teil auf einen besseren Ausblick gehofft. Apple sagt für das laufende Quartal einen Umsatz von 1,8 Milliarden Dollar und ein Ergebnis je Aktie zwischen 8 und 10 Cent voraus.

Yahoo

Die Aktie der Internetgesellschaft Yahoo startete am Donnerstag mit Einbußen von fast 5 Prozent in den Handel. Dabei hatte das Unternehmen im vergangenen Quartal wieder ein deutliches Wachstum ausgewiesen. Der Umsatz von Yahoo legte im vierten Quartal von 286 auf 664 Millionen Dollar zu. Das Geschäft wurde vor allem vom Anzeigenverkauf getrieben, wo der Umsatz von 196 auf 546 Millionen Dollar zulegte. Yahoo profitierte hier von der Akquisition des Internet-Vermarkters Overture. Der Nettogewinn von Yahoo legte um mehr als 60 Prozent auf 75 Millionen Dollar zu. Die Yahoo-Aktie notierte trotz der Einbußen am Donnerstag noch immer um 130 Prozent höher als vor einem Jahr.

Samsung

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics hat im abgelaufenen Quartal dank der starken Steigerung der Nachfrage nach Flachbildschirmen und Digitalkameras seinen Gewinn um fast ein Viertel gesteigert. In der Halbleitersparte hat Samsung seinen operativen Gewinn sogar auf gut zwei Billionen Won mehr als verdoppelt. Für 2004 kündigte das Unternehmen, das zugleich der drittgrößte Handy-Hersteller der Welt ist, einen Rekordumsatz an. Der Nettogewinn sei im Quartal auf 1,86 Billionen Won (rund 1,24 Milliarden Euro) nach 1,50 Billionen Won im Vorjahr gestiegen. Der Umsatz kletterte auf 12,89 (Vorjahr: 10,598) Billionen Won.

Quelle: lid./Kno., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2004, Nr. 13 / Seite 14
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