29.07.2004 · Der Siemens-Konzern hat dank der anziehenden Weltkonjunktur im dritten Quartal 2003/04 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert und erhöht die Prognose für das Gesamtjahr.
Der Siemens-Konzern hat dank der anziehenden Weltkonjunktur im dritten Quartal 2003/04 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert und blickt nun noch zuversichtlicher in die Zukunft.
„Auf dieser Basis bin ich zuversichtlich, unsere eigenen Zielsetzungen für das Gesamtjahr übertreffen zu können“, sagte der Vorstandsvorsitzende Heinrich von Pierer am Donnerstag in München. Die Siemens-Aktie notierte am Mittag mit vier Prozent im Plus bei 56,84 Euro.
Siemens übertrifft die Erwartungen
Während die Münchener beim operativen Ergebnis die Erwartungen der Analysten fast exakt trafen, konnten sie bei Umsatz und Gewinn den Marktkonsens sogar klar übertreffen.
Das operative Ergebnis sei von April bis Juni auf 1,239 Milliarden Euro nach 1,023 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum geklettert, teilte der Konzern am Donnerstag in München mit. Der Überschuß wuchs von 632 auf 815 Millionen Euro.. Beim Umsatz verbuchte Siemens einen Anstieg um fünf Prozent auf 19,077 Milliarden Euro. 24 von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem operativen Gewinn von rund 1,22 Milliarden Euro sowie einem Umsatz von 18,15 Milliarden Euro gerechnet.
Für das Gesamtjahr hat der Technologiekonzern bislang einen prozentual zweistelligen Ergebniszuwachs bei steigendem Umsatz in Aussicht gestellt.
Im Handy-Geschäft auf dem Weg in die Gewinnzone
Dank neuer Modelle im Handy-Geschäft will Siemens im vierten Quartal 2003/04 wieder Gewinne einfahren. „Natürlich streben wir schwarze Zahlen an", sagte Von Pierer am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die Reaktionen auf die neue 65er-Baureihe sei sehr positiv.
Siemens hatte im dritten Quartal bei den Handys einen operativen Verlust von 88 Millionen Euro im Mobiltelefon-Geschäft verbucht. Im Vorjahr lag der Verlust bei 42 Millionen Euro.
Analysten zeigen sich positiv überrascht
Das Nettoergebnis falle deutlich besser als erwartet aus, sagt Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim. Dies sei in erster Linie auf die wesentlich niedrigere Steuerquote zurückzuführen, was positiv zu werten sei. Der Analyst bestätigt sein „Neutral“-Rating für die Aktie und den Fair Value von 65 Euro.
Besonders gut sei das Ergebnis im Bereich Automation ausgefallen, und auch die Sparte Mobilfunknetzwerke habe sich deutlich verbessert, so Rothauge. Dagegen falle das Handy-Geschäft negativ auf. Das Volumen sei deutlich geringer als prognostiziert ausgefallen, obwohl der Durchschnittspreis für Mobiltelefone kaum gesunken sei.
Auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bestätigt ihre Kaufempfehlung für Siemens. Positiv überrascht hätten die Sparte Automation sowie Siemens VDO.
Führungswechsel bestätigt
Zudem wurde der Wechsel an der Siemens-Spitze offziell abgesegnet. Der Aufsichtsrat von Siemens stimmte wie erwartet dem Wechsel an der Spitze des Konzerns zu. Vorstand Klaus Kleinfeld werde am 1. August zunächst stellvertretender Vorstandsvorsitzender und am 27. Januar 2005 Nachfolger von Heinrich von Pierer, teilte der Technologiekonzern am Donnerstag ebenfalls mit. Der am gleichen Tag stattfindenden Hauptversammlung wird zudem vorgeschlagen, daß Von Pierer Karl-Hermann Baumann als Vorsitzenden des Aufsichtsrates ablöst. Siemens hatte den Wechsel bereits Anfang Juli überraschend bekannt gegeben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,72 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2438 | −0,40% |
| Rohöl Brent Crude | 104,76 $ | −1,96% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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