09.11.2006 · Siemens hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Gewinn kräftig steigern können. Der Verkauf der inzwischen insolventen Benq war daran nicht ganz unschuldig: Im Vorjahr hatte die Handysparte den Gewinn von Siemens deutlich nach unten gedrückt.
Der radikale Konzernumbau und der viel kritisierte Verkauf der verlustreichen Handysparte zahlen sich für Siemens aus: Der Technologiekonzern Siemens hat im Geschäftsjahr 2005/06 gut ein Drittel mehr verdient als im Vorjahr und will die Dividende anheben. Der Konzernüberschuß stieg um 38 Prozent auf rund 3,1 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Der Umsatz legte um 15 Prozent auf 96,3 Milliarden Euro zu. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft entsprach mit einem Anstieg um 100 Millionen Euro auf knapp 3,2 Milliarden Euro den Erwartungen der Analysten.
Benq beeinträchtigt Gewinn nicht mehr
Im Vorjahr hatten noch die Verluste der an Benq verkauften und inzwischen zusammengebrochenen Handysparte auf dem Konzerngewinn gelastet. Siemens will den Aktionären für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr eine im Vergleich zum Vorjahr um zehn Cent höhere Dividende von 1,45 Euro vorschlagen, hieß es. Für das laufende Geschäftsjahr gab sich Siemens-Chef Klaus Kleinfeld optimistisch.
Das Ziel lautet, ein doppelt so hohes Wachstum wie das durchschnittliche Weltwachstum zu erreichen. Desinvestitionen, zum Beispiel Veräußerungen von Unternehmenssparten sind in diese Projektion nicht eingerechnet. Kleinfeld prognostizierte, daß alle Konzernsparten ihre Renditeziele wie angekündigt bis zum kommenden April erreichen. „2007 wird ein gutes Jahr für Siemens“, sagte er am Donnerstag.Für jeden Bereich hatte Kleinfeld Zielmargen zwischen 4 und 13 Prozent vorgegeben, die im vierten Quartal allerdings erst von fünf der elf Sparten erreicht wurden.
„Wir waren noch nie so stark aufgestellt“
Im gesamten Geschäftsjahr wies nur die krisengeschüttelte IT-Sparte SBS einen Verlust aus. Außer dem bereits aufgelösten Telekommunikationsbereich Com und der Lichttechniksparte Osram hätten alle Bereiche ihr Ergebnis verbessert, hieß es. „Wir waren noch nie so stark aufgestellt wie jetzt, um zu diesem Ziel zu kommen und die Verbesserungen in Ergebnisse umzuwandeln“, erklärte Kleinfeld.
Analyst Marco Günther von der Hamburger Sparkasse wertete den Umsatz als sehr gut und die operative Entwicklung als „nicht zu schlecht“. Positiv, wenn auch ambitioniert sei, daß Kleinfeld an den Margenzielen festhalte. Andere Analysten verwiesen darauf, daß die Dividendenanhebung positiv überrascht habe. Kurz nach Börseneröffnung um 9.00 Uhr verzeichnete die Aktie ein Plus von 2 Prozent auf 73,39 Euro.
Gut gemacht
Lothar Häger (Lothar21)
- 10.11.2006, 16:27 Uhr
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