27.04.2005 · Angesichts der anstehenden Restrukturierung im Kommunikationsgeschäft hat Siemens seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr in Frage gestellt. An seiner Handysparte hält der Konzern zwar fest und sucht aber dafür Partner.
Angesichts der anstehenden Restrukturierung im Kommunikationsgeschäft hat Siemens seine vorsichtige Ergebnisprognose für das laufende Jahr in Frage gestellt. An seiner hoch defizitären Handysparte hält der Münchener Technologiekonzern fest und sucht dafür nun allerdings einen Partner. Im ersten Quartal 2004/05 verfehlte der operative Gewinn von Siemens die Erwartungen.
„Für das Gesamtjahr hatten wir uns - unter bestimmten Voraussetzungen - noch einmal einen leichten Ergebnisanstieg zugetraut", sagte der seit knapp hundert Tagen amtierende Konzernchef Klaus Kleinfeld am Mittwoch in Lissabon. „Das ist heute schwer einzuschätzen.“ Er sei zuversichtlich, daß die ertragsstarken Bereiche ihren Kurs fortsetzen könnten. Doch sorge die Restrukturierung im Kommunikationsbereich Com für Lasten, „die sich aus heutiger Sicht weder beziffern noch zeitlich bestimmen lassen".
Börsianer unzufrieden
Von Januar bis März 2005 steigerte Siemens den operativen Gewinn auf knapp 1,10 Milliarden nach 1,08 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt jedoch mit 1,23 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich traf der Münchener Technologiekonzern mit einem Gewinn von 781 Millionen Euro die durchschnittliche Analystenprognose. Vor einem Jahr hatten die Münchener, getrieben durch einen Sonderertrag aus dem Verkauf von Infineon-Aktien, noch einen Nettogewinn von 1,21 Milliarden Euro erzielt, bereinigt hatte der Überschuß damals bei 807 Millionen Euro gelegen.
Der Umsatz legte im zweiten Quartal 2004/05 um 4,3 Prozent auf 18,56 Milliarden Euro zu. Ihn hatten die Experten auf 18,54 Milliarden Euro taxiert. Beim Auftragseingang verbuchte Siemens einen Anstieg um fast fünf Prozent auf 20,67 Milliarden Euro.
„Die Zahlen sind ziemlich schwach", sagte ein Börsianer in einer ersten Reaktion. „Zur Handy-Sparte gibt es auch nichts wirklich Neues. Da würde nur ein Verkauf richtig glücklich machen.“
„Es wird weiter Siemens-Handys geben“
Die Handysparte, für die seit knapp einem halben Jahr die Optionen Schließung, Verkauf, Sanierung und Kooperation gelten, will Siemens in eine rechtlich eigenständige Einheit ausgliedern und mit einem oder mehreren Partnern fortführen. Er sei sicher, daß nach der Entscheidung zur Verselbständigung in Kürze eine zweite Lösung getroffen werde, sagte Kleinfeld, „und zwar über eine Lösung mit einem Partner oder über eine Reihe von Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette", konkretisierte er die Planungen. Es werde weiterhin Siemens-Handys geben.
Im zweiten Quartal 2004/05 (zum 31. März) hat das defizitäre Teilsegment seine Verluste zumindest leicht verringert. Auf operativer Basis fiel ein Fehlbetrag von 138 Millionen Euro an nach 143 Millionen Euro im Vorquartal. Im Schlußquartal 2003/04 hatte der Bereich 141 Millionen Euro Verlust eingefahren.
Der seit Beginn des Geschäftsjahres am 1. Oktober bestehende neue Kommunikationsbereich Com, die mit Abstand größte Sparte im Konzern, schrieb mit 19 (Vorjahr: plus 146) Millionen Euro im Quartal ebenfalls rote Zahlen. Der Bereichsumsatz sank um fünf Prozent auf exakt vier Milliarden Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,72 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2438 | −0,40% |
| Rohöl Brent Crude | 104,76 $ | −1,96% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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