28.04.2004 · Der Siemens-Konzern hat im 2. Quartal unter anderem dank des Verkaufs von Infineon-Aktien den Nettogewinn gesteigert. Die Ziele für das Gesamtjahr seien schwieriger zu erreichen, sagte Siemens.
Die Siemens hat im 2. Quartal unter anderem dank eines Buchgewinns aus dem Verkauf von Infineon-Aktien den Nettogewinn gesteigert.
Der Technologiekonzern rechnet unter dem Strich weiterhin mit einem prozentual zweistelligen Ergebniszuwachs. Konzern-Chef Heinrich von Pierer sagte mit Hinweis auf die Probleme des Unternehmens bei Combino-Bahnen: „Trotz dieser Schwierigkeiten halten wir an unseren für das Gesamtjahr angepeilten Ergebniszielen fest, auch wenn es durch die Belastungen bei den Transport Systems schwieriger geworden ist, sie zu erreichen.“
Im Zeitraum Januar bis März des Geschäftsjahres 2003/2004 (zum 30. September) kletterte der Gewinn nach Steuern den Angaben zufolge auf 1,21 (Vorjahr: 0,568) Milliarden Euro. Darin enthalten ist ein Nettogewinn von etwa 800 Millionen Euro aus dem Verkauf von 150 Millionen Infineon-Aktien. Negativ zu Buche schlugen dagegen unter anderem Rückstellungen im Bereich Verkehrstechnik von 364 Millionen Euro insbesondere für Konstruktionsmängel an den Combino-Straßenbahnen.
Analysten hatten mehr erwartet
Ohne Sondereffekte liegt das Ergebnis nach Steuern bei 807 Millionen Euro. Das Ergebnis der Bereiche kletterte auf 1,076 (1,073) Milliarden und der Umsatz auf 17,79 (18,23) Milliarden Euro.
Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Schnitt mit einem Nachsteuerergebnis von 1,38 Milliarden Euro und einem Ergebnis der Bereiche von 1,24 Milliarden Euro gerechnet. Beim Umsatz wurden 18,34 Milliarden Euro prognostiziert.
Kostensenkungen verteidigt
Pierer verteidigte die für mehrere inländische Standorte des Konzerns geforderten Kostensenkungen verteidigt und den von der Arbeitnehmerseite gemachten Vorwurf der Erpressung zurückgewiesen.
„Ich glaube, daß ich etwas Richtiges mache", sagte der Vorstandschef am Mittwoch auf der Halbjahrespressekonferenz in München. Er wolle so viele Arbeitsplätze wie möglich in Deutschland retten und gerade deshalb seien in manchen Bereichen Einschnitte nötig. Von Pierer nannte erneut die Einführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich sowie Einschnitte bei Weihnachts- und Urlaubsgeld als Kompromißmöglichkeiten. „Es wird keine generelle Verlängerung der Arbeitszeit geben", fügte er hinzu.
Siemens zufolge sind derzeit rund 5.000 der insgesamt 167.000 inländischen Stellen gefährdet, wobei der Konzern hierfür bei etwa 2.500 Kostennachteile im internationalen Wettbewerb verantwortlich macht. Die andere Hälfte begründet das Traditionshaus mit Marktveränderungen. Damit meint Siemens etwa drastische Nachfrageeinbrüche bei bestimmten Produkten, die durch neue Technologien abgelöst wurden. Hier sei dem Konzern auch nicht mit Kostensenkungen geholfen, sagte der Manager.
Pierer sieht öffentlicher Diskussion gelassen entgegen
Gelassen gab sich von Pierer mit Blick auf die öffentliche Diskussion des Themas. In internen Gremien wie etwa dem auch mit Arbeitnehmervertretern besetzten Wirtschaftsausschuß werde die Problematik sachlich behandelt. Auf Betriebsversammlungen, die er häufig besuche, erhalte er mehr Beifall als die Vertreter der IG Metall. Das interne Klima sei deshalb entgegen anders lautenden Darstellungen nicht schlecht, auch wenn er in Medien mit Begriffen wie „Arbeitszeit-Rambo“ bedacht werde. „In Bayern, hinter den Bergen, ruft man halt lauter", resümierte er.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,60 | −1,19% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2444 | −0,36% |
| Rohöl Brent Crude | 104,89 $ | −1,83% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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