20.01.2010 · Die Klage des Versicherers Talanx auf ein eigenes Konto bei der Bundesbank ist eine schallende Ohrfeige für die Banken. Versicherer und Industrie misstrauen den Systemen, mit denen in Deutschland Girokonten gegen die Insolvenz einer Bank abgesichert sind.
Von Stefan RuhkampDie Klage des Versicherers Talanx auf ein eigenes Konto bei der Bundesbank ist eine schallende Ohrfeige für die Banken. Versicherer und Industrie misstrauen den Systemen, mit denen in Deutschland Girokonten und andere Einlagen gegen die Insolvenz einer Bank abgesichert sind.
In der Finanzkrise konnte der Einlagensicherungsfonds nicht einmal die Folgen der Pleite des deutschen Lehman-Ablegers aus eigener Kraft tragen. Der staatliche Sonderfonds Finanzmarktstabilität (Soffin) musste die Auszahlungen vorfinanzieren.
Angesichts der dünnen Decke der Einlagensicherung will die Talanx AG nun ihre Millionen lieber gleich bei der Bundesbank unterbringen: Sicher ist sicher. Aus Sicht des Versicherers ist das klug kalkuliert.
Doch für das Finanzsystem wäre es sogar besser, wenn insbesondere die Großkunden der Banken sich wieder ernsthaft um ihre Guthaben bei den Banken sorgen müssten. Zu lange haben die Gläubiger der Banken allein auf den Staat vertraut, der im Fall der Fälle einspringen würde. Ohne das Gefühl absoluter Sicherheit werden sie strenger darauf achten, welche Risiken die Banken eingehen. Diese Unsicherheit kann disziplinieren.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,61 | −1,19% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2447 | −0,33% |
| Rohöl Brent Crude | 104,95 $ | −1,78% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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