11.02.2012 · Verbote und Steuern zeigen Wirkung, vor allem bei jungen Leuten. Für Liberale ist das schwer zu schlucken.
Von Winand von PetersdorffRichtlinien für Lesermeinungen
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Zitat: "Selten hat die Politik so geschickt in die Dispositionsfreiheit von Unternehmen
und Konsumenten eingegriffen wie beim Rauchen. Seit Jahren drängt sie den Tabakkonsum durch gezielte Verbote, Steuererhöhungen und Marketingkampagnen zurück. Heute muss man resümieren: Sie hatte durchschlagenden Erfolg." Dann wäre es doch sinnvoll, jetzt die gleichen Maßnahmen auf dem Gebiet des Alkoholkonsums zu ergreifen, um die ständig steigende Zahl von Säufern unter Jugendlichen wie Erwachsenen zu verringern. Es mag ja weniger geraucht werden, aber die Zahl der im öffentlichen Bereich anzutreffenden vor allem junger Alkoholikerinnen scheint ständig zu steigen. Beginnen könnten Politiker z.B. damit, bei öffentlichen Auftritten sichtbar nichtalkoholische Getränke zu sich nehmen statt wie bisher in den jetzt bevorstehenden Karnevalssitzungen mit hochgehaltenen Bierseideln in die Fernsehkameras zu lallen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.02.2012 01:28 UhrJa, dann führen wir doch die Prohibition in Deutschland ein
Sie meinen es ganz ernst, Herr Bussenius, ja?
Nur zu, der Staat muss uns bevormunden, wir können ja nicht allein
entscheiden, was wir für uns selber für richtig halten.
Aber Sie können ganz beruhigt sein - Ihr Wunsch wird bestimmt in
Erfüllung gehen. Wahrscheinlich auch noch viel mehr. Neuerdings
steht ja die Fleischeslust, ich meine, der zu große Appetit auf
Fleisch, im Visier der Politik, hörte ich vorhin im Radio. Na, dann
wird es nicht mehr lange dauern, bis entweder der Fleichkonsum ganz
verboten wird oder jeder eine monatliche Ration zugeteilt bekommt.
Da ließe sich noch vieles machen: den Verbrauch von Zucker, Kaffee
z.B. könnte man auch beschränken. Lassen Sie Ihrer Phantasie
die Zügel locker - da fällt Ihnen noch viel mehr ein, was der
Staat uns noch vorschreiben kann... Machen Sie den Politikern doch mal
ein paar Vorschläge!
"Die staatlichen Eingriffe in die Freiheit sind gerechtfertigt, weil sie Jugendliche schützen,
... die schutzbedürftig sind."
Recht hat der Autor nur mit der Feststellung: "Für Liberale
ist das schwer zu schlucken". In der Tat. Die Anmaßung des
Staates, immer mehr und immer weiter bis in die privatesten Bereiche des
Lebens seiner Bürger einzugreifen, scheint den meisten nicht einmal
mehr aufzufallen. Wir alle sind schon derart abgestumpft gegenüber
den ungezählten diktatorischen Eingriffen der Politik in unser
Leben, dass wir sie schlicht hinnehmen - und oftmals sogar
gutheißen. Kaum jemand denkt darüber nach, wie weit der Staat
uns unser Recht auf Selbstbestimmung verwehrt mit der frechen
Behauptung, das geschehe nur zu unserem Besten. Realisieren wir wirklich
nicht, dass wir uns so zu unmündigen Kleinkindern degradieren
lassen? Den Staat interessiert doch unser Wohlergehen überhaupt
nicht, sondern nur unser Geld zwecks Umverteilung. Ließe er uns
frei selber entscheiden - auch über unsere Risiken - wären wir
zu kritisch und zu unbequem. Und genau das will der Staat verhindern.
Mir ist schon lange angst und bange, Herr Addicks
und zwar nicht nur, was den Staat angeht - denn der nimmt sich Macht, so viel er kriegen kann - , sondern sehr viel mehr wegen des Gleichmuts und des offensichtlichen Desinteresses der Bürger an dieser Entwicklung. Es ist eine Staats-Hörigkeit entstanden, die nur noch schlimme Folgen haben kann. Und es sieht nirgends so aus, als wollte daran jemand etwas ändern.
Recht haben Sie, Frau Zießler! Erschreckend recht!
Die beiden Sätze („Die staatlichen Eingriffe in die Freiheit
sind gerechtfertigt, weil sie Jugendliche schützen, die
schutzbedürftig sind. Sie sind zweitens legitimiert, weil sie
offenkundig funktionie-ren.“) muten wie ein Plädoyer
für die Abschaffung der Selbstbestimmung an. Die in ihnen
steckenden Botschaften sollten wir sorgfältig wahrnehmen, weil sie
sich unschwer verallgemeinern lassen.
Wo immer der Staat Schutzbedürftige entdeckt, soll er deren
Freiheit beschränken dürfen? Da werden wir aber ganz schnell
alle miteinander zu Schutzbedürftigen mutieren.
Noch verhängnisvoller: Freiheitseinschränkungen sind, sofern
sie funktionieren, allein deshalb legitimiert?
Wie weit wir in diesem Lande doch schon wieder gekommen sind. Uns sollte
angst und bange werden.
Natürlich zeigen alle relevanten und wissenschaftlich validen Untersuchungen einen starken Zusammenhang zwischen Preis und Konsum. Auch das strikte Rauchverbot und das Ächten des Rauchens als 'uncooles' Verhalten zeigen gerade bei jungen Menschen Wirkung, während díe reine Aufklärung nachweislich wenig bewirkt. Warum sonst stemmt sich die Alkohollobby so vehement gegen ein ähnliches Vorgehen beim Thema Branntweinsteuer? Aber siehe da, die Jugendlichen trinken von Jahr zu Jahr weniger (Statistik lesen), allerdings nimmt bei der Gruppe derjenigen, die trinken, das sog. Komasaufen zu. Beim Alkohol sind es vor allem die Sekundärschäden, die einzudämmen sind: Straßenverkehr, Gewaltdelikte und sexuelle Übergriffe. Hier liegen die wirklichen Gefahren und dagegen etwas zu tun, ist sehr sinnvoll.
dass sich der Staat über die im Grundgesetz garantierten Freiheitsrechte von Millionen Bürgern hinweggesetzt hat! Endlich habe ich die Möglichkeit, mein Minderwertigkeitsgefühl, Rauchern gegenüber, in Wut ausdrücken zu dürfen. Wie habe ich doch Jahrzehnte lang gelitten! Egal wo ich war, immer stand ich im Abseits. Immer war ein Raucher da, der meiner Herzensdame galant Feuer gab, und ich hatte nichts, außer meiner Biederkeit zu bieten. Immer standen Raucher lachend in Grüppchen beisammen, und ich stand stumm daneben. Immer waren Raucher die Gewitzteren, wenn es um Visionen ging, und meine Ideen waren blass. Aber jetzt, jetzt kann ich auftrumpfen! Endlich kann ich im Brustton der moralischen Empörung diese schrecklichen Raucher, diese Albträume meines Lebens, diffamieren und stigmatisieren, und ich weiß, dass ich politisch absolut korrekt handle. Das ist wahrlich besser als jede Therapie!
dass Sie das restriktive Eingreifen des "nanny states" als
Erfolg werten. Als Nichtraucher sei mir der Kommentar erlaubt, dass der
Rückgang der Raucherzahlen nichts mit Preisen (wohin verschwindet
eigentlich die Tabaksteuer?) zu tun hat, sondern mit dem aggressiven
mobbing, dem Raucher überall ausgesetzt sind. Man wird selbst im
Freien von Wildfremden schräg angemacht, wenn man raucht. Leut,
denen es nichts ausmacht, sich kampfgasartig mit Parfum zu
überschütten greifen andere an, die draussen rauchen.
Und nun soll der "Erfolg" auf Alkohol ausgedehnt werden? Na
bravo.
Und dann? Kaffee? Millionen Deutsche putschen sich mit Kaffe auf. Gar
nicht gut.
Und dann? Fette Speisen? Abends spät aufbleiben? Fernsehen?
Irgendwann werden Sie auch erkennen, dass Drogenkonsum nicht in erster
Linie mit Verfügbarkeit, sondern mit Labilität zu tun hat.
Spätestens wenn irgend ein dahergelaufener Gutmensch ihr
persönliches Laster verbieten will.
Liberale haben mit diesem Verbot weit weniger Probleme
als es uns die Schreiberlinge immer einreden wollen.
Allerdings sehe ich leider immer sehr viele Jugendliche rauchen, wenn
ich mit meiner Frau die Unterführung im Bahnhof oder durch die
Stadt gehe. Und leider sind die jungen Mädchen/Frauen dabei
besonders überrepräsentiert.
Würde mich dennoch freuen, wenn ich falsch liege mit meinen
Beobachtungen.
"Sie sind zweitens legitimiert, weil sie offenkundig funktionieren"
Uff. Mir wird Angst und Bange, was wohl sonst noch alles funktioniert
und daher legitim ist........
Gruss! Ein Nichtraucher
Hier die Raucher, da die Alkoholiker, was machen wir mit den ganzen
Dicken. Am Schlimmsten sind die Dicken, die nicht rauchen und kein
Alkohol trinken, denn die können richtig alt werden und kosten dann
dementsprechend viel im Alter.
Weder das Rauchen, noch der Alkohol, den ich nicht trinke, noch mein
Gewicht, 65 kg bei 1,93 m Länge sind dafür Schuld, dass ich
einbeinig durchs Leben hüpfe, es gibt auch noch so etwas wie
Veranlagung und dagegen ist man machtlos, da es dagegen keine
Medikamente gibt
Ich finde es auf jeden Fall schlecht mit Verboten etwas durchzusetzen,
jetzt sind die Raucher dran, der Alkohol kommt als Nächstes, dann
verbieten wir Essen, zumindest bei Mc Donalds und Co., vielmehr wir
erlauben die Besuchszeiten Sonntags von 11 - 01 Uhr, damit werden wir
schon erreichen, dass es weniger Dicke gibt. Was kommt als Nächstes?
Das Autofahren wird verboten, aah, vorher noch das Motorradfahren usw.
Einfach ein bißchen weiterspinnen, der Kreativität sind keine
Grenzen gesetzt ..
Man könnte meinen die Gesellschaft dreht durch. Angeblich haben wir
in Deutschland eine moderne, liberale, freiheitliche und pluralistische
Gesellschaft. Das bedeutet, so brachte das mir jedenfalls das
Bildungssystem bei, dass als Mensch die Freiheit habe mit für oder
gegen etwas zu entscheiden, solange die Freiheit des Anderen gewahrt wird.
Was man hier nun feststellt ist die Diskriminierung des Rauchers. Aus
Gaststätten ist er entfernt worden, er wird hart besteuert und auch
noch gesellschaftlich ausgegrenzt: "Wir müssen für deine
schwarze Lunge blechen."
Ich kann selbst entscheiden, ob ich rauche oder nicht. Das kann mir
weder Staat noch Gesellschaft verbieten. Und einfach Rauchen als
"Droge" und mit "Sucht" gleichzusetzen (und zwar
kollektiv!) ist übertrieben. Wer mit dem Rauchen aufhören
will, braucht hier. Aber wer nicht aufhören will, der soll ruhig
weiterrauchen dürfen.
Das ist ein massiver Einschnitt in die Freiheit des Einzelnen. Das
verträgt sich nicht mit der Moderne!
Gruppe A ist tolleraneter als Gruppe B ...
Sie bringen es ziemlich genau auf den Punkt. Man muss aber bedenken,
dass es da noch eine andere Spezies gibt, zu der auch Peter Bayer
gehört, die in Ihrem vorherigen Leben immer nur gelitten hat, da
sie von den pösen, pösen Rauchern immer nur ausgebootet wurde
und der liebe H. Bayer immer nur auf den 2. Platz kam. Jetzt endlich
kann er sich, rechtlich legitim, rächen, *BRAVO*.
Ich rauche auch heute noch, mittlerweile auf meiner Terasse anstatt in
der Kneipe, die Feste feiern wir auch auf meiner Terasse und sogar die
Nichtraucher kommen. Das Essen lassen wir uns kommen! Die ganzen
Nichtraucher, die vorher getönt haben "Endlich kann man die
Kneipen besuchen" sind irgendwie nicht erschienen und viele Kneipen
machen zu? Ziel erreicht.
Ich bin dafür, dass Rauchverbot in Deutschland herrscht, jeder
sollte dafür, auch die Nichtraucher einen freiwilligen Obulus von
50 € an den Vater Staat zahlen. Ihm entgehen ja durch die nicht
mehr rauchende Bevölkerung viel Kohle die ersetzt werden muss.
ich erfreue mich als BAT-Aktionär seit Jahren steigender Kurse und
Dividenden. Die 4 großen Tabakkonzerne generieren den meisten
Umsatz in Lateinamerika und Asien. Europa ist marginal. Die
EU-Raucherprogrome sind heuchlerisch, wenn gleichzeitig die
europäischen Tabakbauern subventioniert werden. Will denn unser
Finanzminister auf die Tabaksteuer verzichten?
So, und jetzt nehme ich mir als mündiger Bürger das Recht eine
Zigarette zu rauchen, wissend um die Folgen, aber dafür bin ich
selbst verantwortlich.
Rauchen für alle, sonst gibt's Krawalle!
Im gesundheitsbewussten Kalifornien wird nicht mehr geraucht, aber dafür Psychopharmaka und Stimmungstreiber aller Art eingeworfen - Produktgruppen, deren Ertragskraft noch weit über der von Tabak liegen und die schlicht und einfach ein unveränderliches menschliche Bedürfnis bedienen, das auch ohne Tabak weiter existieren wird. Der Konsument kann sich einstellen, die Industrie Milliarden verdienen, und Vater Staat kann treu um unser aller Gesundheit besorgt sein auf Kontrolle aller Lebensbereiche ausgerichtetes Herrschaftskonzept weiter verfeinern. Weniger in Gemeinschaft zu rauchen und zu trinken kommt ihm da mehr als gelegen, denn sein Ziel ist es im eigentlichen Sinne des Wortes für Zerstreuung zu sorgen. Eine Win Win Win - Situation - eine in Fesseln geschlagene Gesellschaft ist das Ziel, Konsumgebote (Inlandsnachfrage) und Konsumverbote (Rauchen, Alkohol) sind die trojanischen Pferde der Mächtigen, denen um nichts weniger als unserer Freiheit und unser Wohlergehen geht.
Hilfe beim Drogenausstieg ist die Pflicht jeder Solidargemeinschaft
Den Unterschied zu Alkohol hatte ich schon oben geschrieben - Alkohol
ist eine "klassische" Droge mit leichtem Einstieg und
bösem Ende, Nikotin hat einen bösen Einstieg und ein
böses Ende.
Wenn das missverständlich gewesen sein sollte: Ich halte jede Hilfe
der Solidargemeinschaft für sinnvoll, wenn Drogenabhängige
entziehen wollen - auch mehrmals und immer wieder, es sind
schließlich Drogen.
Die Frage ist nur, wie unabhängig von einem Entzug die Kosten
verteilt werden - nicht nur Gesundheitskosten, sondern auch
volkswirtschaftliche Folgekosten. Und da sehe ich als effektive Hebel
nur die erwähnten zwei Möglichkeiten:
Der erste Hebel ist den Drogendealern den Gewinn streitig zu machen,
d.h. den Tabakkonzernen und auch Spirituosen-Herstellern die Rechnung
geben. Diese werden dann die Kosten an die Raucher weiterreichen, und
das ist der zweite Hebel - wenn auch für Jugendliche eine Packung
Zigaretten 25€ kostet und den Erwachsen der Arzt die Rechnung
für den Raucherhusten schickt.
Milchmädchenrechnung
Ein Mensch verursacht die höchsten Gesundheitskosten in seinen
letzten Lebensjahren. Diese fallen bei einem Raucher nicht weg, sie
finden nur früher statt.
Es ist ja eben nicht so, dass der typische gleichaltrige Raucher und
Nichtraucher gesund nebeneinander herleben, bis der Raucher
überraschend umfällt und der Nichtraucher dann alt, krank und
teuer werden würde.
Bevor der Raucher sein frühes Ende findet, fallen bei ihm ebenfalls
lebenserhaltende Behandlungen, Bypass-Operationen und Krebstherapien an.
Klar, jetzt auch noch die Rechnung für den Raucherhusten zahlen,
sorry, der Staat kassiert jährlich 17 Milliarden an Tabaksteuer, damit sind die Kosten für den "Raucherhusten" locker abgedeckt. Selbst wenn es nicht so wäre, dann könnte der Arzt aber auch gleich den Dicken die Rechnung präsentieren, den Sportsüchtigen für ihren Gelenkverschleiß, den Aktionsportlern für ihre Unfälle, den Rasern dito, den Arbeitssüchtigen für ihren Herzinfarkt. Dann leben Raucher laut dem Artikel auch noch 13% kürzer, das sind genau die Jahre, in denen Nichtraucher extreme Gesundheitskosten verursachen. So gesehen geht es nicht um die Solidarität der Nichtraucher mit den Rauchern, sondern die Nichtraucher sollten sich, so pervers es klingt, bei den Rauchern für ihren volkswirtschaftlichen Nutzen bedanken.
Liberal wäre es, die Kosten nicht zu sozialisieren
Rauchen ist die einzige Drogensucht, für die man hart arbeiten muss
- denn die ersten Zigaretten sind alles andere als eine Freude. Mit dem
Hintergrund der manipulativen Tabakwerbung ist es natürlich eine
Frage, in wie weit diese Entscheidung informiert und frei ist - aber es
ist eine Entscheidung.
Ein weiterer Streitpunkt sind klassischer Weise die Kosten des Rauchens
- werden die erhöhten Kosten für Krankheiten durch den
früheren Tod kompensiert? Das ist möglich, aber zunächst
ist Rauchen für die Sozialkassen teuer.
Wirklich liberal wäre es daher, die gesundheitlichen Folgekosten
der Sucht den Rauchern selbst auf die Rechnung zu schreiben - und so
lange alles bis auf den ALG2-Satz einzuziehen, bis diese zurück
gezahlt sind. Das hätte auch auch eine pädagogische Wirkung,
würde also letztlich dem Schutz dienen.
Klingt zu hart, weil man als Jugendlicher Folgen nicht absehen kann?
Daher ist mein Vorschlag: Gesundheitskosten konsequent von den
Tabakkonzernen zurück holen!
Falsch: ....Die Hamburger meldeten zuletzt einen Rekordumsatz von rund einer Milliarde Euro ....
.... und eine Umsatzrendite von 50 Prozent, für die Josef
Ackermann geächtet würde. Falsch! Josef Ackermann sprach von
25 % EIGENKAPITALRENDITE. Das ist etwas völlig anderes als eine
Umsatzrendite. Für eine Umsatzrendite von 50 % wäre er vom
Volk zumindest geächtet aber von den Aktionären heilig
gesprochen worden. 50 % Umsatzrendite bei der Deutschen Bank wären
ungefähr 1.900 % Eigenkapitalrendite gewesen. Aber man muss
feststellen, nicht nur der "Mann auf der Straße" sondern
auch das gesamte politische Personal - auf höchster Ebene - haben
ihre Probleme mit der Abgrenzung dieser Begriffe.
Dazu müssen sie nur mal den Unterschied zwischen Eigenkapital und Umsatz kennen
und leider hat Herr Noll völlig recht.
.. die Antwort könnte man sich auch "ergoogln", dennoch hier kurz und knapp:
Ein Betrieb macht einen Umsatz von 1.000.000 CHF, hat ein Eigenkapital von 50.000 CHF und einen Jahresgewinn von 20.000 CHF. Daraus ergibt sich eine Umsatzrendite von 2,0 % und eine Eigenkapitalrendite von 40 %. Klar????
Winand von Petersdorff-Campen Jahrgang 1963, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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