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Donnerstag, 09. Februar 2012
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Subprime-Kredite In Amerika kehren Risikohypotheken zurück

27.10.2009 ·  Mit der Häuserkrise hatte die ganze Wirtschaftsmisere angefangen. Doch jetzt scheint alles weiter zu gehen, als sei nichts gewesen: In den Vereinigten Staaten wächst nur ein Jahr nach dem Höhepunkt der Finanzkrise der dafür mitverantwortliche Markt für die „Subprime“ genannten Risikohypotheken.

Von Norbert Kuls
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In den Vereinigten Staaten wächst nur ein Jahr nach dem Höhepunkt der Finanzkrise der dafür mitverantwortliche Markt für Risikohypotheken. Nach einer Studie der Notenbank von San Francisco ist der Marktanteil von Subprime-Darlehen am gesamten Hypothekenmarkt wieder auf etwas mehr als 20 Prozent gestiegen. Damit liegt der Marktanteil dieser Hypotheken für Schuldner niedriger Bonität auf dem Niveau von 2006 – also vor Beginn der Finanzkrise. Im Unterschied zu damals sind diese Kredite aber jetzt alle von der Regierung garantiert. Finanziert werden die Darlehen nämlich von verstaatlichten Immobilienfinanzierern wie Fannie Mae oder Freddie Mac. Diese Unternehmen leisten „eine noch nie dagewesene Unterstützung für den Häusermarkt“, sagte John Krainer, Ökonom der regionalen Notenbank. Fannie Mae und Freddie Mac besäßen oder garantierten fast 95 Prozent der neu vergebenen Hypotheken.

Fallende Häuserpreise und Zahlungsausfälle bei Subprime-Hypotheken waren 2007 der Auslöser einer Hypothekenkrise, die in einer Kettenreaktion zur einer internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise geführt hatte. Im ersten Quartal 2008 war der Markt für Subprime-Hypotheken dann vollständig zusammengebrochen.

Fannie Mae und Freddie Mac waren verstaatlicht worden

Die Unternehmen Fannie Mae und Freddie Mac waren im September des vergangenen Jahres nach andauernden Milliardenverlusten verstaatlicht worden. Diese Finanzinstitute vergeben keine Hypotheken direkt an Hausbesitzer, kaufen sie aber von Hypothekenbanken, die sich auf diese Weise refinanzieren. Fannie Mae und Freddie Mac verpacken die Kredite dann als Anleihen und reichen sie an Investoren weiter. Zuletzt hatte die Notenbank Federal Reserve massiv Anleihen der beiden Institute gekauft, um die Hypothekenzinsen niedrig zu halten.

Fannie Mae und Freddie Mac waren vor ihrer Verstaatlichung unabhängige börsennotierte Konzerne gewesen. Sie hatten allerdings den staatlichen Auftrag, den Besitz von Wohneigentum zu fördern. Sie spielen eine zentrale Rolle im Hypothekenmarkt, weil sie rund die Hälfte aller ausstehenden Immobiliendarlehen im Volumen von 5,4 Billionen Dollar garantieren. Zur Schieflage war es gekommen, nachdem die zuvor eher konservativ agierenden Unternehmen auf dem Höhepunkt des Aufschwungs am Häusermarkt in den Jahren 2006 und 2007 begonnen hatten, auch Subprime-Hypotheken zu finanzieren. Damit wollten sie den Investmentbanken an der Wall Street, die diesen Markt dominierten, Marktanteile abnehmen. Die hohen Verluste resultierten aus Risikodarlehen an Hauskäufer in Regionen wie den Bundesstaaten Kalifornien und Florida, wo der spekulative Preisauftrieb im Häusermarkt besonders hoch gewesen war.

In den vergangenen acht Quartalen hatten Fannie Mae und Freddie Mac wegen zunehmender Zahlungsausfälle auch bei traditionellen Hypotheken insgesamt 165 Milliarden Dollar Verlust gemacht. Zur Stützung der beiden Institute hat das amerikanische Finanzministerium derzeit 96 Milliarden Dollar staatliche Hilfen gewährt. Nach Einschätzung von Edward DeMarco, dem Direktor der Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency, brauchen die beiden Unternehmen möglicherweise weitere Unterstützung.

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