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Studierendenvertreterin Michelle Klein „Für die Lehre bringt die Exzellenzinitiative absolut nichts“

 ·  Elf Universitäten haben gerade Exzellenzstatus erhalten, auch die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Die Studenten lehnen die Exzellenzinitiative dennoch ab. Ein Gespräch mit der Geschäftsführerin der Studierendenvertretung der LMU.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (7)

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Karl Meier
Karl Meier (KarlMeier) - 24.06.2012 12:20 Uhr

Ja, völlig unberechenbar...

linke StudentInnenvertretung bemängelt mangelndes Dies oder mangelndes Jenes. Wirklich, wer konnte das nur ahnen?

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Closed via SSO

Mich würden die Kriterien interessieren,....

an welchen die Hochschulen gemessen werden. An den Forschungsergebnissen oder am Output von berufsfähigen Hochschulabsolventen.
Als einer, der auf seine alten Tage auch Studenten noch Nachhilfe in Mathe gibt, muß ich feststellen, daß es speziell in den naturwissenschaftlichen Fächern leider noch viel zu viele Lehrkörper gibt, deren Lehrprogramme und deren Präsentation unter aller... ist.
So wurde mir von einer Professorein in Mathematik erzählt, die besonders stolz ist auf ihre neue Art der Mathepräsentation ist. Ergebnis: 70% der Studenten bestehen die Klausur nicht.

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Maximilian Alter

Bizarr

Es hat schon etwas bizarres: In unserer Obrigkeitsgläubigkeit versuchen wir, "Eliteuniversitäten" per Gesetz zu erschaffen, die in der internationalen Realität als solche keinesfalls wahrgenommen werden. Denn gerade wenn man sich die anglo-amerikanischen Vorbilder Oxford und Harvard anschaut wird man erkennen, dass es gerade auch ein besonderer Aufwand in der Lehre ist (z.B. das Tutoriensystem in Oxford), der die Exzellenz einer Uni ausmacht, und nicht die Durchführung eines beliebigen aus Bundesmitteln geförderten Forschungsprojekts.

Hinzu tritt, dass das Konzept von "offiziellen" Eliteunis in das System des Bildungsföderalismus einfach nicht recht passen will. Unsere Unis stehen bereits im Wettbewerb um die besten Abiturienten und haben gewissen Schwerpunkte für bestimmte Fächer entwickelt. Es hilft auch nichts, das Bildungssystem in eine gesamteuropäische Schablone zu pressen, die auf keines der 27 Systeme gemünzt ist. Was hier hilft sind allein Mehrinvestitionen in die Lehre!

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Erich Jansen
Erich Jansen (Nonosus) - 23.06.2012 12:31 Uhr

Systematische Förderung von Lehrfaulheit

Die Analyse ist im Ergebnis richtig, im Befund allerdings zu einseitig und streckenweise zu zurückhaltend. Bei den "Spitzenforschern", die von der Lehre befreit sind, handelt es sich meist um ganz reguläre Professoren in den Kernbereichen ihrer Fachgruppe. Und diese Befreiung tritt nicht im Einzelfall ein, sondern wird systematisch betrieben. Im Ergebnis fällt die notwendige Lehre entweder aus, oder sie wird von mehr oder weniger qualifizierten Vertretern getragen, die aber für Abschlussprüfungen nicht zur Verfügung stehen.
Aus Sicht der Professoren stellt sich die Sache noch dramatischer dar: An qualitativ hochwertiger Lehre ist an der LMU und andernorts niemand mehr ernsthaft interessiert. Renommee bringt das Einwerben von Drittmitteln, nicht die Ausbildung des Nachwuchses. Wer mit dieser einseitigen Fokussierung aber Erfolg hat, erhält zum Dank Freisemester, ist die "lästige" Lehre also endgültig los. Das System fördert im extremen Maße lehrfaule Professoren.

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Otto Haber
Otto Haber (ohaber) - 23.06.2012 12:02 Uhr

Selbstbestimmtes Lernen = Studieren im Diplomstudiengang

Die sympathisch wirkende junge Dame hat den Kern des Problems erkannt, aber wegen ihrer Jugend weiß sie vermutlich nicht, daß das Ideal des "selbstbestimmten Lernens" in den Diplomstudiengängen, die von der politischen Leistungselite mit perverser Konsequenz vernichtet wurden, durchaus verwirklicht war. "Bologna" bedeutet Bildungsplanwirtschaft, das ist des Pudels Kern. Modulhandbücher, Akkreditierungen und der ganze restliche Schrott sind für die Apparatschiks gemacht, nicht für die Studenten. Man gönne den Professoren mehr akademische (Lehr-)Freiheit, fertig ist die Laube.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.06.2012 01:16 Uhr
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 25.06.2012 01:16 Uhr

so einfach ist es nicht, Herr Haber.

Das Bachelor-Master-System hat durchaus seine Vorteile. Da ich beides gemacht habe (Vordiplom dann Wechsel auf Bacherlor/Mater) kenne ich beides. Der grosse Vorteil des neuen Systems ist die eigene Zusammenstellung was auf das Studium angerechnet wird und was nicht. Und Studenten haben ein sehr feines Gespür dafür, wo sie etwas sinnvolles lernen was ihnen im Leben hilft und wo ein unmotivierter alter Professor seit 20 Jahren die selbe schlechte Vorlesung hält. Abstimmung nach Füssen, funktioniert ausgezeichnet und ist hochnotpeinlich für manch einen als schlechten Dozenten - warum sollen schliesslich nur die Studenten unter Konkurrenzdruck stehen, nicht die Lehrenden?
Ohne Masterstudiengang hätte ich als Chemiker nie Medizintechnik als Nebenfach gemacht - heute arbeite ich bei einem Hersteller von Hüftgelenken. Selbstbestimmtes Lernen hat mit Diplom oder Master nichts zu tun sondern mit der richtigen Einstellung.

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Ulrich Thiele
Ulrich Thiele (uthi2) - 23.06.2012 19:22 Uhr

Bachelor und Master: Lernen nach Stechuhr

Nachdem die Studierenden exakt wissen, wie viele Stunden (besser: wie wenige) sie pro Semester arbeiten müssen (oder heißt es: dürfen?), ist es aus mit selbstbestimmtem Lernen und Wahlfreiheit. Die Autorin malt ein stark idealisiertes Studierendenbild aus der Zeit des Diploms. Es geht den Studierenden in der Regel nicht um das Erwerben von Wissen oder Kompetenzen für ihr Berufsleben, sondern um den Weg des geringsten Widerstandes zur geforderten Kreditpunkt-Zahl. Die Nachhaltigkeit des Wissenserwerbs ist völlig unwichtig geworden, das Einfordern von Kreditpunkten für jeden Pups steht im Vordergrund. Sie bieten einen Gastvortrag an? Schön, aber wieviele Punkte bekomme ich dafür? Freie Teilnahme an einer Fachtagung haben Sie organisiert? Toll, aber wieviele Punkte bekomme ich dafür?
Die "Bildungsplanwirtschaft" hat über die deutsche Interpretation des Bolognaprozesses die Nachhaltigkeit der Lehre nachhaltig zerstört.

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