05.07.2004 · Der Trend zu Billigangeboten hat sich auch unter Dienstleistern ausgebreitet und ist noch nicht am Ende. Die Unternehmen erschließen mit den Angeboten neue Kundensegmente.
Nach dem Siegeszug der Discounter in der Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie werden Billiganbieter in Westeuropa auch im Dienstleistungsbereich einen Marktanteil von bis zu 40 Prozent erreichen. Dies geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton hervor.
„Der 'Geiz ist geil!'-Trend hält weiter an“, erklärte der Booz-Allen-Partner Roman Friedrich. Hätten die Verbraucher in den siebziger Jahren erst ein Fünftel ihres täglichen Bedarfs mit Billigprodukten gedeckt, gehe heute bereits jeder Dritte auf Schnäppchenjagd. „Bald werden circa 40 Prozent aller Käufe im Low-Cost-Bereich getätigt“, erklärte Friedrich. Die Strategien der Konsumgüterbranche würden nun auf den Dienstleistungssektor übertragen.
Von Billigfliegern zu Bestattern
Vorreiter bei den Dienstleistern seien die Billigflieger gewesen. Doch auch Autovermieter und Reparaturdienste, Direktbanken oder Billighotelketten wie Formule 1 mit 370 Hotels in zwölf Ländern und setzten auf Tiefstpreise. So würden schon zwischen 20 und 25 Prozent aller Umzüge in Deutschland von Discount-Möbelspediteuren bestritten, und selbst in der Bestattungsbranche haben mittlerweile Unternehmen den Markteintritt mit Billigtarifen geschafft. Vor allem aber im Mobilfunk- und Internet-Bereich sei laut Studie zunehmend mit Low-Cost Geschäftsmodellen zu rechnen.
Neue Kundensegmente werden erschlossen
Der Studie zufolge werden damit die Spielregeln in den betroffenen Branchen zu Gunsten der Verbraucher neu geschrieben. Die durchkalkulierten Angebote der „Billigheimer“ sorgten für mehr Transparenz bei den Kosten einzelner Leistungskomponenten. Dies führe wiederum zu starkem Preisdruck, aber auch zur Aufwertung von besonders hochwertigen und teuren Produkten. Den Unternehmen wiederum winke ein „signifikantes Marktwachstum": Durch die Einführung von Billigprodukten und -angeboten würden neue Kundensegmente erschlossen, hieß es weiter. So hätten sich etwa die Passagierzahlen für Flüge zwischen London und Dublin seit dem Markteintritt des irischen Billigfliegers RyanAir vervierfacht.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,29 $ | −0,52% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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