06.09.2010 · München, Hamburg und Bremen haben die größte Anziehungskraft auf hochqualifizierte Arbeitnehmer. Das ergab eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg. Über die Gründe mutmaßen die Wissenschaftler.
Von Sven AstheimerUnter den deutschen Großstädten entfalten München, Hamburg und Bremen die größte Anziehungskraft auf hochqualifizierte Arbeitnehmer. Auch Berlin, Düsseldorf und Köln haben ihre Attraktivität gesteigert. Dagegen profitieren zwar Städte wie Frankfurt und Stuttgart insgesamt von Zuwanderung, im Wettbewerb um die klügsten Köpfe mussten sie allerdings leichte Einbußen hinnehmen. Zu diesen Ergebnissen kommen drei Wissenschaftlerinnen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, die Entwicklungen der Jahre 2000 bis 2007 analysiert haben. Unter den Gewinnern überrascht vor allem Bremen. Dies könnte, mutmaßen die Autorinnen, an dem starken Beschäftigungszuwachs von wissensintensiven Dienstleistungen liegen. Insgesamt zeige sich ein differenziertes Bild, aus dem nicht auf eine allgemeine Renaissance der Städte geschlossen werden kann, heißt es.
Hohes Lohnniveau und niedrige Arbeitslosigkeit
Die Forscherinnen erkannten außerdem in allen Städten außer München einen weiteren Trend. Die Rede ist von „einem anhaltenden Suburbanisierungsprozess“, was nichts anderes heißt, als dass gerade Besserverdienende ins nahe Umland ziehen. Generell führten günstige lokale und regionale Arbeitsmarktbedingungen – ein hohes Lohnniveau und niedrige Arbeitslosigkeit – zu Wanderungsgewinnen für Metropolen. Insbesondere für Akademiker könnten jedoch auch das Kultur- und Konsumangebot eine größere Rolle spielen.
Zu den Verliereren zählen die Ruhrgebietsstädte Essen und Dortmund sowie Leipzig und Dresden in Sachsen, die als einzige Großstädte während des Untersuchungszeitraums eine Nettoabwanderung an Arbeitskräften aufwiesen. Dresden konnte dabei immerhin noch seine Attraktivität für Hochqualifizierte erhöhen. Untersucht wurden alle deutschen Städte mit mehr als einer halben Million Einwohner.
Sven Astheimer Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
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