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Trotz Ökostrom-Ausbau : Netzausbau – ohne Wenn und Aber

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4000 Kilometer neue Stromtrassen sind bis 2030 geplant. Bild: dpa

Der Ausbau der Stromnetze geht nur langsam voran. Doch selbst wenn mehr Speicher gebaut werden – Strom kann nicht überall nebenan produziert werden.

          Die bis 2030 geplanten Stromtrassen müssen einer neuen Untersuchung zufolge auch gebaut werden, wenn die Ökostrom-Erzeugung in Deutschland dezentraler wird und es mehr Speicher gibt. „Da die Potenziale für die Erzeugung von Wind- und Solarstrom über Deutschland hinweg ungleich verteilt sind und in der Nähe der großen Verbrauchszentren oft nicht ausreichen, ist eine jederzeit verbrauchsnahe Stromversorgung auf der Grundlage erneuerbarer Energien nicht vorstellbar“, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Meta-Studie des Öko-Instituts, der Renewables Grid Initiative (RGI) und von Germanwatch. Das heißt: Der Ökostrom kann nicht immer dort produziert werden, wo er gebraucht wird.

          Der Bau sogenannter Stromautobahnen von Nord- nach Süddeutschland ist einer der schwierigsten Aspekte der Energiewende. Er ist teuer und kompliziert, Anwohner und Naturschützer kritisieren die Auswahl der Routen.

          Studien, die zu einem anderen Ergebnis kämen, gehen demnach von einem sehr starken Ausbau der Windkraft in Süddeutschland aus. Das hätte „gravierende Folgen“, schreiben die Fachleute - etwa einen großen Flächenbedarf, höhere Kosten und ein geringerer Wirkungsgrad der Anlagen. Mit Blick auf längerfristige Entwicklungen und den steigenden Ökostrom-Anteil sei der bisher geplante Leitungsbedarf „auf jeden Fall“ notwendig - es gehe je nach Ausbau der erneuerbaren Energien nicht um das Ob, sondern das Wann und Wie.

          In der Debatte um eine dezentrale Energiewende würden Aspekte wie die begrenzten Flächenpotenziale und die Gesamtkosten zu oft außen vor gelassen, kritisierte der Autor der Studie, Felix Matthes vom Öko-Institut. Germanwatch-Chef Christoph Bals sagte, wo es möglich sei, solle der dezentrale Ökostrom-Ausbau vorangebracht werden, da er eine regionale Wertschöpfung und Teilhabe schaffe. Das sei aber kein Argument gegen die bisher geplanten Übertragungsleitungen.

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