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Stromkonzern in der Krise : Eon beginnt mit dem Abbau von Arbeitsplätzen

  • -Aktualisiert am

Die Zentrale von Eon-Ruhrgas in Essen Bild: dpa

Der Energiekonzern Eon muss Kosten sparen und will deshalb bis zu 11.000 Arbeitsplätze streichen. Nach Informationen der F.A.Z. will der Konzernvorstand in der nächsten Woche erstmals über freiwillige Aufhebungsverträge informieren.

          In der nächsten Woche beginnt der Vorstand des Energiekonzerns Eon mit Informationsveranstaltungen über Konditionen für den geplanten Abbau von mittelfristig bis zu 11.000 Arbeitsplätzen. Dabei geht es zunächst um freiwillige Programme. Das gesamte Konzept für den Arbeitsplatzabbau wird dem Aufsichtsrat auf der regulären Sitzung am 12. Dezember vorgelegt, und nicht schon, wie bisher erwartet, auf einem außerordentlichen Treffen Anfang November. In Erwartung mittelfristig schwieriger Rahmenbedingungen am Strom- und Gasmarkt will Eon die selbst beeinflussbaren Kosten von 11 Milliarden auf 9,5 Milliarden Euro senken. Einsparungen sind insbesondere in den Verwaltungen geplant.

          Vorstand stellt freiwillige Programme vor

          Bei den ersten Veranstaltungen wird nach Informationen dieser Zeitung ein freiwilliges, bis 31. Dezember 2011 befristetes Angebot von Aufhebungs- oder Vorruhestandsverträgen an die etwas mehr als 800 Beschäftigten im Düsseldorf Group-Management präsentiert. Am Montag sollen zunächst der von Betriebsräten gebildete Wirtschaftsausschuss und dann die Abteilungsleiter informiert werden. Am Dienstag wird eine Betriebsversammlung stattfinden.

          Der Eon-Vorstand unterstellt in dem dort vorgestellten Programm, dass es einen Sozialplan geben wird, der den Ausscheidenden für jedes Berufsjahr im Konzern 0,4 Prozent eines Monatsgehaltes gewährt.

          Gewerkschaften wollen für Beschäftigungssicherung kämpfen

          Schnellentschlossenen werden bei Aufhebungsverträgen zusätzliche Zahlungen von bis zu fünf Brutto-Monatsgehältern geboten und eine Nachbesserung im Falle einer später höheren Sozialplanabfindung zugesichert. Die beiden zuständigen Gewerkschaften, die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Energiegewerkschaft IG BCE, wollen nach Angaben ihrer Sprecher gemeinsam für eine Beschäftigungssicherung kämpfen. Ihre Tarifkommissionen werden sich am 3. November auf ein einheitliches Vorgehen verständigen. Beide Gewerkschaften wollen, dass der geltende Tarifvertrag, der an deutschen Standorten betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2012 ausschließt, über diesen Zeitpunkt hinaus verlängert wird. Zum Auftakt von zehn Aktionstagen an Eon-Standorten startet Verdi am 27. Oktober eine Demonstration der Beschäftigten von Eon Energie in München. Ein Verdi-Sprecher verurteilte solche zuvor mit dem Betriebsrat nicht abgestimmten Einzelaktionen wie die in Düsseldorf.

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