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Stresstest Amerikanische Banken schlagen sich gut

 ·  Die Notenbank Fed hat überraschend die Ergebnisse ihrer Stresstests für Banken veröffentlicht - früher als geplant. 15 von 19 Instituten bestanden die Prüfung. Die Citigroup hingegen patzte.

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© dapd Wenig zu befürchten: Für Wells Fargo erwarten Analysten positive Marktreaktionen nach Veröffentlichung der Stresstests

Die überwiegende Mehrheit der amerikanischen Großbanken verfügt der Notenbank Fed zufolge auch bei einer gravierenden Verschlechterung der Wirtschaftslage über genügend Kapital. 15 von 19 Großbanken hätten ausreichende Rücklagen, erläuterte die Notenbank am Dienstagabend das Ergebnis der jährlichen Banken-Stresstests. Ursprünglich hatte die Fed die Bekanntgabe der Resultate für Donnerstag angekündigt. Kurz vor Handelsschluss der Börsen hatte die Notenbank dann mitgeteilt, die Vorlage werde vorgezogen.

Vier große Kreditinstitute verpatzten die Belastungsprüfungen. Sie hätten nicht ausreichendes Kapital nachweisen können, um eine weitere Finanzkrise zu überstehen, hieß es. Zu den Geldhäusern, die die Kapitalanforderungen nicht erfüllten, gehörte auch die Citigroup. Ein schlechte Note bekamen daneben Ally Financial, Sun-Trust und Met-Life.

In einer ersten Reaktion kündigte die Investmentbank Goldman Sachs einen Aktienrückkauf sowie eine eventuell mögliche Erhöhung der Dividende an. Die Großbank JP Morgan Chase teilte ebenfalls mit, die Dividende aufzustocken und Aktien zurückzukaufen. Die Ausschüttung an die Aktionäre solle im Quartal um fünf Cent auf 30 Cent erhöht werden, hieß es.

In diesem Jahr wolle man Anteilsscheine im Volumen von zwölf Milliarden Dollar zurückerwerben. Die Aktie sprang nach der Ankündigung an der Wall Street in die Höhe und schloss mit einem Plus von 7 Prozent. Auch die Aktien anderer großer amerikanischer Banken legten in Folge der Mitteilung im späten Geschäft an der Börse kräftig zu und schlossen mit Aufschlägen von jeweils mehr als 6 Prozent.

Erfolglos gegen Veröffentlichung von Details gewehrt

In den Stresstests wurde die Banken mit einer angenommenen gravierend schlechteren Wirtschaftslage konfrontiert. Unter anderem unterstellten die Tester einen Fall der Börsenkurse um 50 Prozent, einen Rückgang des Wirtschaftswachstums um 8 Prozent und eine Arbeitslosenquote von 13 Prozent. Selbst auf dem Höhepunkt der jüngsten Wirtschaftskrise waren nur 10,2 Prozent der Amerikaner ohne Arbeit gewesen.

Vor der Veröffentlichung hatten Vertreter amerikanischer Banken den Ergebnissen trotz einer insgesamt soliden Verfassung der Branche mit Bedenken entgegengesehen. Allerdings hatten sie sich erfolglos gegen die Veröffentlichung detaillierter Daten gewehrt. Erstmals wurden diesmal die geschätzten Einnahmen und Gewinne der Banken im Belastungsszenario publik gemacht.

An der Wall Street herrscht weitgehend Konsens

Die Bankenvertreter hatten sich dagegen gewehrt, weil sie Nachteile im Wettbewerb befürchten. Die Veröffentlichung der zusätzlichen Daten könnte „möglicherweise ungerechtfertigte und negative Konsequenzen“ für die Banken und die amerikanischen Finanzmärkte haben, warnte der Bankenverband Clearing House Association.

Analysten an der Wall Street hatten sich zuvor dagegen relativ gelassen geäußert. An der Wall Street herrscht weitgehend Konsens, dass die meisten Banken nach der Finanzkrise vor drei Jahren wieder über ausreichend Kapital verfügen, um einen möglichen Wirtschaftsabschwung zu überstehen. Banken brauchen Kapital, um Verluste abzupuffern. Bei den ersten Belastungstests nach der Finanzkrise im Jahr 2009 hatte die Fed noch Kapitallöcher in mehrstelliger Milliarden-Dollar-Höhe bemängelt.

„Es ist für die Unternehmen zu früh“

„Die Branche steht auf einem viel festeren Boden als noch vor drei Jahren“, sagte nun Jason Goldberg, Bankenanalyst bei Barclays. „Dies wird zeigen, wie viel Fortschritte die Banken beim Aufräumen ihrer Bilanzen gemacht haben.“ Einige Analysten hatten im Vorfeld allerdings erwartet, dass die Fed bei der Bewilligung von Dividenden und Aktienrückkäufen konservativ vorgehen wird und nicht alle Banken gleich gut abschneiden werden.

„Ich glaube, es ist für diese Unternehmen zu früh, schon über die Ausschüttung einer Menge ihres schwerverdienten Kapitals nachzudenken“, sagte Analyst Todd Hagerman vom Wertpapierhaus Sterne Agee.

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