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Streit um die Kfz-Steuer Millionen Autofahrer sollen mehr zahlen

24.04.2008 ·  Wird es bald teurer, alte Autos zu fahren? Das sehen Pläne aus dem Wirtschaftsministerium vor. Doch offenbar ist sich die Koalition über die künftige Staffelung der Kfz-Steuer nicht einig. Vier verschiedene Modelle werden diskutiert.

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An der beschlossenen Staffelung der Kfz-Steuer nach Kohlendioxid-Ausstoß beißt sich die große Koalition weiter die Zähne aus. Das Finanzministerium distanzierte sich am Donnerstag von einem Modell von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), alte Dreckschleudern stärker und neue klimafreundliche Autos teils gar nicht zu besteuern. Dies würde nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung Steuererhöhungen für rund 16 Millionen Besitzer alter Autos bedeuten.

Union und SPD hatten die Umstellung der Steuer bereits im Koalitionsvertrag 2005 festgelegt; im Dezember 2007 wurde sie im Kabinett beschlossen. Dennoch kommt die Umsetzung nicht voran. Inzwischen drängelt die Automobilindustrie, den Plan schnell zu verwirklichen.

Einigung noch nicht in Sicht

Am Mittwoch seien vier Papiere zu verschiedenen Modellen verschickt worden, „um die Ressortabstimmung voran zu bringen“, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig. Eine Einigung sei noch nicht in Sicht. Danach müsse noch die Diskussion mit den Ländern geführt werden, denen die Kfz-Steuer im Umfang von derzeit etwa neun Milliarden Euro zusteht. Ob der Termin zur Einführung am 1. Januar 2009 zu halten sei, „ist noch nicht zu sagen“, betonte Albig.
Das Umwelt- und das Finanzministerium (beide SPD-geführt) hätten Modelle vorgelegt, die den Bestand alter Autos nicht oder kaum belasten sollen, sagte der Sprecher. Sie setzten darauf, die Umstellung und den Austausch der alten Autos durch neue zeitlich zu strecken, sagte Albig.

Bundesverkehrsminister Tiefensee will die Höhe der Kfz-Steuer zukünftig am Schadstoffausstoß ausrichten. Insgesamt sollten die Autofahrer dadurch aber nicht stärker zur Kasse gebeten werden, unterstrich er.

Das von Glos (CSU) geführte Wirtschaftsministerium ziele hingegen auf einen raschen Austausch und damit auf eine „Mehrbelastung des Altbestands“, wie es in einer Vorlage zum Glos-Modell heißt. Autos, die die neuesten Abgasnormen erfüllen, sollen demnach befristet von der Kfz-Steuer befreit werden. Für sehr alte Autos, die nur die Euronorm zwei oder drei schaffen, sollen dagegen höhere Sätze fällig werden.

Wie „Bild“ berichtete, würde mit dem Glos-Modell etwa die Steuer für einen VW Passat Diesel von 308 auf 395 Euro steigen. Für einen Ford C-Max mit Benzinmotor würden künftig 192 Euro fällig, 71 Euro mehr als bisher.

Huber kritisiert Pläne

CSU-Chef Erwin Huber kündigte seinen Widerstand gegen diese Pläne an. „Das darf keine Strafsteuer für die einfachen Leute werden, die sich nicht von heute auf morgen ein neues Auto kaufen können“, wird der bayerische Finanzminister in „Bild“ zitiert. „Niemand fährt doch zum Spaß ein älteres Auto, sondern, weil er sich ein modernes und schadstoffarmes nicht leisten kann.“

Albig wertete dies als Zeichen, dass Huber die Pläne seines Parteifreundes Glos nicht kenne. Huber habe Recht mit seiner Kritik. „Das Bundesfinanzministerium sieht sich mit seinen Plänen, den Altbestand nicht zu belasten, durch die Worte aus München bestätigt und hofft, dass der CSU-interne Streit nun schnell beigelegt wird, damit es voran gehen kann“, erklärte der Sprecher von Finanzminister Peer Steinbrück.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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