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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Streikfibel Wen der Streik der Flugbegleiter treffen könnte

 ·  Am Dienstag wollen die Flugbegleiter der Lufthansa wieder streiken. Manche Flüge wird es wahrscheinlich eher treffen als andere. Selbst wer nicht mit der Lufthansa fliegt, kann den Streik zu spüren bekommen. Ein Überblick.

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© dapd Auch für Dienstag können sich die Passagiere auf Flugausfälle einstellen

Den Gegenüber bis zum letzten Moment im Unklaren lassen und dann mit geballter Kraft zuschlagen - am diesem taktischen Prinzip orientiert sich die Branchengewerkschaft der Flugbegleiter bei ihrem Arbeitskampf gegen die Lufthansa.

Rund 26.000 Passagiere saßen am vergangenen Freitag auf dem Frankfurter Flughafen fest, nachdem das Gros der Lufthansa-Kabinenpersonal für nur acht Stunden in den Ausstand trat. Ein Mehrfaches dieser Zahl ist zu erwarten, wenn die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) am Dienstag ihre Streikserie fortsetzt. Denn die Arbeitskämpfe sollen von der Zeitdauer her möglichst ausgeweitet werden.

Trotz der Unsicherheit, wann tatsächlich wo und wie lange gestreikt wird, können Fluggäste böse Überraschungen und lange Wartezeiten vermeiden, wenn sie folgende Regeln beachten:

1. Streik-Schwerpunkte sind die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München.

Darüber hinaus sind die Flughäfen in Düsseldorf, Hamburg und Berlin die favorisierten Ziele der nächsten Arbeitskämpfe, heißt es in UFO-Kreisen. Die übrigen sieben Flughäfen, die die Lufthansa in Deutschland bedient, sind für Arbeitskämpfe weniger bedeutsam - beispielsweise Stuttgart oder Köln/Bonn, wo vor allem die Flotte der Billigfluggesellschaft Germanwings aktiv ist.

Diese fünf Standorte sind nicht nur die wichtigsten Verkehrspunkte im deutschen Luftverkehr, sondern werden auch von Geschäftsreisenden der Lufthansa favorisiert. Kurzum: Dort erzielen die streikenden Kabinenmitarbeiter die größtmögliche Wirkung.

2. Bei Streiks sind vor allem Inlandsflüge und weniger Fernflüge betroffen.

Von den 190 Flügen, die am Freitag in Frankfurt streikbedingt gestrichen wurden, befanden sich nur 5 Transatlantikrouten in amerikanische Großstädte. Hinzu kommt: Die Streikbereitschaft des Kabinenpersonals, die auf Inlandsflügen gebucht sind, ist ungleich höher als bei den Kollegen für Fernflüge.
Für Reisen innerhalb Deutschlands oder ins benachbarte Ausland bietet sich daher der Umstieg auf die Deutsche Bahn oder die Fahrt mit dem Auto an.

3. Umbuchungen sind möglich.

Selbst für den Fall, dass Fernflüge der Lufthansa kurzfristig wegen Streik ausfallen sollten, bietet sich die Umbuchung auf Flüge von Fluggesellschaften an, die mit der Lufthansa über die Service-Allianz „Star Alliance“ verbunden sind. Zwischen den Mitgliedern bestehen zum einen langfristige Abkommen, die Meilen sichern. Gleichzeitig werden Umbuchung von der Lufthansa auf andere Partner der Star Alliance wegen der bestehenden „Codesharing“-Vereinbarungen leichter und unbürokratischer abgewickelt.

4. Auch andere Fluggesellschaften können leiden.

Auch wenn der UFO-Streik auf die Lufthansa und ihre wichtigsten Flughäfen in Deutschland konzentriert ist, bleiben die Arbeitskämpfe auch für andere Gesellschaften nicht folgenlos.
Am Freitag in Frankfurt zeigte sich, dass nach wenigen Stunden alle Parkpositionen auf dem größten Flughafen-Drehkreuz in Deutschland durch bestreikte Maschinen der Lufthansa besetzt waren. Die Folge: Der Flughafen „lief zu“, wie es im Branchenjargon heißt, und musste für anderthalb Stunden geschlossen werden. In dieser Zeit hatten auch Maschinen anderer Fluggesellschaften keine Chance, in Frankfurt zu landen. Nehmen Sie daher direkt zum Betreiber des bestreikten Flughafens oder zu den Fluggesellschaften Kontakt auf.

5. Die UFO informiert kundenfreundlicher.

Nach dem Chaos-Tag in Frankfurt hat die UFO ihre Informationspolitik leicht geändert: Wann gestreikt wird, will die Kabinengewerkschaft ab sofort 24 Stunden vorher bekanntgeben. Welcher Flughafen davon betroffen ist, soll - wie gewohnt - nur 6 Stunden vorher auf der Webseite der UFO  veröffentlicht werden.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft.

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