Home
http://www.faz.net/-gqe-7mmpv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Streik der Sicherheitsleute Frankfurter Flughafen für Passagiere weitgehend gesperrt

Die Luft ist stickig, die Stimmung gereizt, viele Flüge sind abgesagt: Am Frankfurter Flughafen streikt das Sicherheitspersonal. Abgefertigt wird nur noch, wer dort umsteigen muss.

© Finger, Stefan Vergrößern Die Sicherheitskontrollen am Frankfurter Flughafen sind geschlossen

Der Frankfurter Flughafen ist am Freitag für Passagiere weitgehend gesperrt worden. Wegen des Streiks der privaten Sicherheitsleute werden nur noch Fluggäste abgefertigt, die in Frankfurt umsteigen müssen, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei.

Schon vorher hatte der Protest zu chaotischen Zuständen geführt. An den wenigen noch geöffneten Passagier-Kontrollen bildeten sich im Tagesverlauf riesige Menschentrauben. Im Gedränge kämpften viele Wartende mit Kreislaufproblemen, berichteten Augenzeugen. Sanitäter sind im Einsatz. Die Polizei versuchte, den Ansturm auf die einzige Kontrollstelle im Terminal 1 zu regeln. Dort hatten angeblich zwischen 1000 bis 2000 Passagieren in der Schlange gestanden, berichtete ein Fluggast. Die Stimmung sei gereizt.

Die Gewerkschaft Verdi will die Situation entschärfen. „Wir wollen nicht zulasten der Gesundheit von Unschuldigen streiken“, erklärte Streikleiter Matthias Venema. Aktuell werde ein Notdienst eingerichtet, um zusätzliche Passagierkontrollen im Terminal 1 durchführen zu können. Dazu würden 110 eigentlich streikende Beschäftigte abgestellt.

Streik der privaten Sicherheitsmitarbeiter - Am Frankfurter Flughafen sind die 5000 Beschäftigten der privaten Sicherheitsdienstleister zum Streik aufgerufen. Dadurch sind erhebliche Behinderungen zu erwarten. Reisende warten am Frankfurter Flughafen auf Informationen © Finger, Stefan Bilderstrecke 

Venema beschuldigte die Flughafengesellschaft Fraport, für das Chaos verantwortlich zu sein. „Der Flughafenbetreiber war ganz offensichtlich überhaupt nicht vorbereitet auf die Situation oder hatte sie völlig falsch eingeschätzt. Wir haben die Aktion in angemessener Zeit vorher angekündigt.“

Die Betreibergesellschaft Fraport appellierte schon am Morgen an die Fluggäste, nicht mehr zum Flughafen anzureisen. Die Kontrollen würden zwar weitergeführt, man wolle aber den „Druck von hinten“ wegnehmen, erläuterte ein Sprecher. Bis 10 Uhr seien 47 Flüge annulliert worden.

Allein die Lufthansa hat schon mehr als 30 Flüge abgesagt (ob Ihrer dabei ist, erfahren Sie hier). Die Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen seien „erheblich“, sagte ein Konzernsprecher. „Wir empfehlen daher allen innerdeutschen Fluggästen der Lufthansa, wenn möglich alternative Verkehrsmittel zu nutzen und beispielsweise auf die Bahn auszuweichen.“ Wer auf die Bahn ausweiche, erhalte den Wert des ungenutzten Flugscheins erstattet.

Mehr zum Thema

Am größten deutschen Luftdrehkreuz hat Verdi die Sicherheitsleute zu einem nahezu ganztägigen Streik aufgerufen, um höhere Löhne durchzusetzen. Seit 2 Uhr sind die Mitarbeiter aller privaten Sicherheitsfirmen aufgerufen, ihre Arbeit bis 23 Uhr ruhen zu lassen.

Frankfurt ist der drittgrößte Flughafen Europas: An einem Wochentag starten und landen üblicherweise 1300 Flieger - zwei Drittel davon gehören der Lufthansa.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Branche einen einheitlichen Stundenlohn von 16 Euro. Die Arbeitgeber haben nach Verdi-Angaben bisher zwischen 10 und 13 Euro angeboten. Die Dienstleistungsgewerkschaft verhandelt seit Dezember mit dem Arbeitgeberverband BDSW - dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft - über einen Abschluss für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Die nächste Tarifgesprächrunde ist für den 5. März angesetzt.

Quelle: Reuters/DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Flugverkehr Lufthansa-Piloten streiken am Mittwoch in München

Der Tarifkonflikt bei der Lufthansa geht in unverminderter Härte weiter. In der vierten Streikwelle bestreiken die Piloten zum Ferienende in Bayern den Münchner Flughafen. Mehr

09.09.2014, 09:30 Uhr | Wirtschaft
Ruhe auf den Flughäfen

Wegen des Streiks der Piloten bleiben die Flugzeuge der Luftahnsa bereits den zweiten Tag am Boden. Die Lufthansa-Passagiere sind vorgewarnt und kommen deshalb häufig gar nicht erst an den Flughafen. Mehr

03.04.2014, 15:08 Uhr | Wirtschaft
Lufthansa-Pilotenstreik Was mache ich, wenn mein Flug ausfällt?

Die Lufthansa-Piloten wollen am Dienstag in Frankfurt streiken. Was bedeutet das für die Fluggäste? Welche Flüge könnten ausfallen? Und welche Rechte haben Passagiere bei einem Streik? Ein Überblick. Mehr

15.09.2014, 09:56 Uhr | Finanzen
Tausende Passagiere sitzen am Flughafen fest

Tausende Passagiere sind am Freitag am Flughafen in Sydney gestrandet. Grund war ein Stromausfall in einem der Terminals, von dem mindestens vier Fluglinien betroffen waren. Mehr

27.06.2014, 11:00 Uhr | Gesellschaft
Flugverkehr Lufthansa-Piloten bestreiken Langstreckenflüge

Die Piloten der Lufthansa wollen am Dienstag abermals streiken. Bestreikt werden von 9 bis 17 Uhr die Langstreckenflüge ab Frankfurt. Mehr

15.09.2014, 09:22 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Aktualisiert: 21.02.2014, 15:03 Uhr

Paris braucht Druck

Von Christian Schubert, Paris

In Berlin wirbt Premierminister Valls um Verständnis dafür, dass Frankreich erneut von den europäischen Defizitzahlen abweicht. Er sollte diese Nachsicht nicht bekommen. Mehr 38 44


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Alibaba lässt Amazon und Ebay alt aussehen

Alibaba geht an die Börse. Die Erwartungen an den Internetriesen sind groß. Das ist nicht unberechtigt: Die Chinesen haben schon jetzt mehr aktive Nutzer und einen höheren Gewinn als Amazon und Ebay. Mehr Von Anne-Christin Sievers 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden