Der bislang größte Streik bei der Lufthansa wird ausgesetzt. Am Freitagabend einigten sich die Lufthansa und die Flugbegleitergewerkschaft UFO auf eine Schlichtung, die sowohl von Gewerkschaftsführer Nicoley Baublies als auch von einem Lufthansa-Sprecher bestätigt wurde.Damit müssen Reisende in den kommenden Tagen mit keinerlei weiteren, streikbedingten Flugausfällen bei der Kranich-Linie rechnen. Bis zum kommenden Mittwoch wollen die Konfliktparteien ein Schlichtungsabkommen unterzeichnen, in dem die genauen Verhandlungspunkte fixiert werden. Ein Schlichter soll spätestens bis zum Ende der Woche gefunden werden.
Am späten Freitagnachmittag hatte die Fluggesellschaft bereits einen großen Schritt in Richtung der Gewerkschaft unternommen und angekündigt, künftig keine Zeitarbeiter mehr in der Kabine einzusetzen. „Lufthansa verzichtet einseitig, auf absehbare Zeit und ohne weitere Vorbedingungen auf den Einsatz von externen Kabinencrews in Berlin“, erklärte Vorstandschef Christoph Franz. Da die Lufthansa allerdings nur in Berlin Zeitarbeiter einsetzt, verzichtet sie de facto künftig auf Zeitarbeiter in der Kabine.
Das Leihpersonal, das für die Airline im Einsatz ist, kann sich nun Hoffnung auf eine dauerhafte Beschäftigung bei der Lufthansa machen. Passage-Chef Carsten Spohr kündigte an, allen Flugbegleitern „die uns tatkräftig unterstützt haben, unser neues Lufthansa-Programm in Berlin aufzubauen“, im nächsten Jahr eine Festanstellung bei der Lufthansa anzubieten.
„Manchmal braucht man einen Therapeuten“
Zuvor hatte sich UFO-Chef Nicoley Baublies hatte sich zuvor zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch bereit erklärt. „Wir sind hier nicht angetreten, um irgendwelche Privilegien durchzuprügeln. Wir sind bereit, Kompromisse zu machen. Es dürfen nur keine faulen Kompromisse sein“, sagte er im ZDF. Die Schlichtung verglich er mit einer Paar-Therapie: „Da braucht man manchmal einen Therapeuten, der sagt: Jetzt mal runterkommen.“
In diversen Medienberichten war bereits über mögliche Schlichter-Kandidaten spekuliert worden. Ins Spiel gebracht wurden der frühere SPD-Chef Franz Müntefering, der frühere Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau und der frühere Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier.
Am Freitag hatte der Streik der Flugbegleiter seinen Höhepunkt erreicht. Nach zwei regionalen Streikwellen hatte die Gewerkschaft zu einem bundesweiten Streik aufgerufen. Die Lufthansa hatte rund 1000 ihrer 1800 Flüge an diesem Freitag gestrichen. Etwa 100.000 Passagiere waren von dem bislang beispiellosen Ausstand der Flugbegleiter betroffen. Ein Sprecher sagte dazu: „Es ist ein bitterer Tag.“
Der Streikaufruf der UFO-Gewerkschaft war an an rund 18.000 -Lufthansa-Beschäftigte in Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Stuttgart gegangen. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung.
Ufo fordert in dem seit 13 Monaten währenden Tarifkonflikt fünf Prozent mehr Lohn, das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa bietet bei einer längeren Laufzeit 3,5 Prozent Lohnerhöhung, plant aber eine große konzerninterne Billigtochter mit niedrigeren Gehaltstarifen. Für die verbleibenden Lufthanseaten will das Unternehmen die Gehaltsstufen abflachen und für Neueinsteiger niedrigere Bedingungen durchsetzen.
@Leo Lax - Eines ist richtig ...
Closed via SSO (KlausTheo)
- 08.09.2012, 14:07 Uhr
Wer braucht Flugbegleiter?
Leo Lax (Leola74)
- 08.09.2012, 09:57 Uhr
Das Franz-Dilemma
Christian Elvers (cemotion)
- 07.09.2012, 20:43 Uhr
@Richard Schäfer - Sie sollten Berater werden
Closed via SSO (KlausTheo)
- 07.09.2012, 19:51 Uhr
Zum Fenster hinausgeschmissenes Geld
Richard Schäfer (OnufryZagloba)
- 07.09.2012, 19:28 Uhr