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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Strategiepapier Autoindustrie soll Spritverbrauch realistischer messen

 ·  Führende Vertreter der EU-Länder wollen durchsetzen, dass der Spritverbrauch von Autos künftig realistischer ausgewiesen wird. In einem Strategiepapier schlagen sie zudem Grenzen für die Lärmemission vor. Vor allem den Herstellern von Sportwagen dürfte das kaum passen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (15)

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Henriette Kaschulke

VW-Lärm

Es wäre schön, wenn VW endlich seine lauten Dieselautos leiser machen würde. Den anderen Autokonzernen ist dies auch dringend anzuraten.

Jeder Eigenheim- oder Hausbesitzer an einer Straße wäre froh darüber und würde sich über die Wertsteigerung seiner Immobilie freuen, wenn es an der Straße ruhiger werden würde.

VW und andere vernichten Mietmehreinnahmen und Verkaufserlöse.

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Marvin Parsons
Marvin Parsons (mapar) - 06.06.2012 10:51 Uhr

Verbrauchszyklus

Es gibt Autos, die mit dem derzeitigen Verfahren auf tolle Normverbräuche kommen, ohne daß diese in der Praxis annähernd erreicht werden können. Dazu gehören neben den modernen Downsizing-Ottomotoren vor allem die Hybridfahrzeuge. Bestes Beispiel ist der Porsche 918: V8-Motor mit 550 PS plus E-Motor, Normverbrauch 3 l/100 km. Weil er ja die ersten 20 km elektrisch fahren könnte, man den Strom der Einfachheit halber nicht einrechnet. Das ist absurd.

Umso sinnfreier die Idee, Hybrid- und E-Autos EU-weit noch mehr zu subventionieren. Wir haben es ja. Sinnvolle Technik setzt sich von alleine durch, weil sie einen Vorteil bringt. Direkteinspritzer-Diesel mit Turbo haben sich beispielsweise durchgesetzt und werden massenhaft verkauft, ohne Kaufprämien und Steuererleichterungen (im Gegenteil, die Sparsamkeit der Diesel mit hoher KFZ-Steuer bestraft).

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Matthias Unger

Aber wir haben doch die Energie-Effizienzklasse

die zeigt, daß wir ein sparsames Mobil gemessen an den Parametern Gewicht und Verbrauch kaufen (Ironie aus). Der Messzyklus und die Effizienzklasse beweisen nur, daß der Gesetzesschreiber und die Autolobby einen guten Draht zueinander haben. Was den Spritverbrauch angeht, muss man als Verbraucher auf Testverbrauchsangaben schauen. Aber da man es sich mit dem Hersteller nicht verscherzen will, werden hier häufig in sogenannten Fahrberichten nur noch die 'Werksangaben' zitiert. Der Arm der Industrie reicht immer weiter. Was waren das noch Tests, als R. Günzler im Pelzmantel die Kältekammer aufschloss....

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Sebastian Deininger

Realismus wäre gut

Ich weiß von einem Bekannten (Prüfstandbetreuer bei einem großen deutschen PKW-Hersteller) wie die niedrigen Verbrauchswerte zustande kommen.

Das Steuergerät des Fahrzeuges erkennt, wenn der (EU?)-Normzyklus abgefahren wird. Daraufhin werden alle "unnötigen" Nebenaggregate abgeschalten. Das geht soweit, dass die Servounterstützung der Lenkung deaktiviert wird. Klar ist auch, dass das "Sparpotential" bei großen luxuriös ausgestatteten Fahrzeugen deutlich höher ist als bei spartanisch ausgestatteten Kleinwagen.
Durch diese Verwässerung lassen sich die Verbrauchswerte nicht mehr vergleichen. Eine eindeutige Regelung das der Verbrauch ohne diesen Trick gemessen werden sollte wäre schön. Für durchsetzbar halte ich diese Regelung aber nicht, dafür ist die PKW-Lobby in Berlin und in Brüssel einfach zu stark.

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Nina Wunderlich

Natürlich geht es sie etwas an.

Insbesondere Lärmemissionen stellen in einer nach wie vor immer dichter besiedelten Umwelt eine immer größere Zumutung dar. Und da wollen Sie auf die Einsicht von Sportwagenbauern oder Motorradherstellern (bzw. den Konsumenten der selben) setzen?

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Jens Decker
Jens Decker (dej05093) - 06.06.2012 07:35 Uhr

Verbrauchsangaben

Es ist sehr wohl eine staatliche Aufgabe, praxisrelavante Verbrauchszahlen
zu erzwingen, wenn die Industrie das blockiert (hat). Der Markt scheint
es ja leider nicht zu ermöglichen.

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Klaus Dieter

Kompliziert

Die Werksangaben für die Verbräuche sind völlig aus dem Ruder gelaufen. Dazu hat insbesondere die „Elektrifizierung“ beigetragen. Ein Porsche Panamera S Hybrid verbraucht laut offiziellem Meßverfahren 6,8l, damit weniger als ältere Kleinwagen. Das ist lächerlich.
Allerdings ist die Sache hochkompliziert, weil an diesen offiziellen Verbrauchsmessungen inzwischen Strafandrohungen dran hängen. Werden realistische Fahrzyklen getestet, wird mancher Kleinwagenhersteller aufschreien und Hybrid verlöre seinen Glanz. Was würde aber aus den Strafzahlungen?
Technisch hängt die "Differenz" am Fahrzyklus. Die Einsatzbedingungen sind für verschiedene Fahrzeuge und Personen unterschiedlich. Soll der Panamera dann anders getestet werden als ein VW Up? Einfache Lösungen gibt es da nicht. Wahrscheinlicher ist, dass für ein Auto verschiedene Verbräuche angegeben werden, je nach Tester. Die EU kann sich gleichzeitig weiter über die hohen Verbrauchsreduzierungen freuen!

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Otto Meier

Endlich mal etwas Sinnvolles aus den Reihen der Politik.

In einer Zeit, in der überdachte Zündkerzen mehr Sprit verbrauchen, als Kleinwagen vor 40 Jahren, da muß die Frage nach dem technischen Fortschritt schon erlaubt sein. Und wenn die Industrie es selbst schon nicht für nötig hält, ihre gnadenlos überteuerten Plastikbomber wenigstens technisch auf Vordermann zu bringen, dann könnte sie die Wahrheit über ihre Untätigkeit durchaus dazu zwingen.

Bei einer Geschwindigkeit von 90Km/h und 3.500UpM machen die Kleinen nicht nur viel zu viel Krach, sondern sie schlucken auch wie die Großen. Und den Großen nimmt doch kein vernünftiger Mensch ab, daß die sich mit einem Durchschnittsverbrauch von fünf bis sechs Litern pro 100Km zufriedengeben, oder?

Realistische Verbräuche bei zügiger Fahrweise betragen durch die Bank 10 Liter und mehr auf 100 Km. Und dabei spielt es kaum eine Rolle, ob Kleinwagen oder Mittelklasse-Fahrzeug. Sicher, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber das sind und bleiben Ausnahmen, vorzugsweise Diesel.

Was ist mit "BIO"-Sprit?!

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Chris Heidrich

Genau so geht es ...

... der Krise mit mehr Regulierung entgegen treten ... Was anderes können diese EU-Menschen eben nicht machen ... jeder weiss, dass die Spritverbrauch-Angabe allenfalls zum Vergleich dient, aber niemals den realen Verbrauch darstellt ... Und wenn Ferraris nun leiser werden müssen, dann ist verkauft sich sicher auch kein einziger Opel mehr .... Manchmal kann man sich nur an den Kopf fassen ..........

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Karl Hammer

Es geht sie nichts an

Es geht weder den Staat noch staatsähnliche Organisationen etwas an, ob oder wie irgendwer irgendetwas misst. Und um solche Leute zu bezahlen, nehmen sie uns unser Geld weg,

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.06.2012 16:59 Uhr
Karl Hammer

@arthur hund

Ein Falschmünzer betrügt und bricht damit einen Vertrag.
Die Einhaltung der Verträge zu überwachen ist tatsächlich Staatsache. Der Inhalt der Verträge ist es nicht.
Hier geht es nicht um Fälschung und Betrug, sondern um technische Definitionen. Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, ob das Gewicht rein oder mit Verpackung, oder nach Abtropfung angegeben wird, nicht, ob beim Gewicht gemogelt wird.

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Karl Hammer

genau lesen

Ich habe nicht geschrieben, daß die Hersteller den Verbrauch ihrer Fahrzeuge nicht messen und genau angeben sollen, sondern, daß das den Staat nichts angeht.
Sie haben das Geld und der Autohersteller das Auto. Damit ihr beiden zusammenkommen könnt, muß jeder dem anderen vertrauen. Es steht Ihnen frei ihr Geld demjenigen Autohersteller zu geben, dessen Auto ihnen gefällt und dessen Angaben Sie vertrauen. Wenn er sie getäuscht hat können Sie das Ihren Freunden erzählen und künftig woanders kaufen, oder sogar gegen der Vertrag klagen. Dazu brauchen Sie keinen staatlichen Aufpasser.
Der Staat hat sich nur um die Einhaltung der Verträge der freien Bürger untereinander zu kümmern, deren Inhalt geht ihn nichts an!

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Arribert Kotz

doch. micht als Käufer interessiert das brennend ...

Ich benutze das Auto zwar nur selten, möchte aber trotzdem wissen, was es verbraucht. Wenn dann die Angaben falsch sind, toleriere ich das im gewissen Rahmen, aber bei mehr als einem halben Liter fände ich das dann schon betrügerisch. Da dies sicherlich auch eine Mehrheit der Bürger so sieht sollte der Staat schon handeln. Ich erwarte als Käufer nicht mehr und nicht weniger als richtige und vergleichbare Messwerte. Wenn es den Staat nichts angeht, warum gibt es dann ein Eichamt?

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Andreas Heiligtag

Genau...

... ALLE Menschen sind grundehrlich, brauchen keine Kontrolle und würden nie auf die Idee kommen beim Messen zu schummeln.
Und wenn ich dann demnächst an der Tankstelle 200 Liter in den Tank meines Autos bekomme, dann freue ich mich über die gesteigerte Reichweite und seltenere Tankstopps, anstatt mir Gedanken darüber zu machen, ob ich vielleicht an einer Zapfsäule getankt habe, die nicht staatlich kontrolliert wurde...

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arthur hund

Ganz falsche Aussage aus dem Cromagnon

Eine der wichtigsten Dienstleistungen des Staates ist seit dem Mittelalter, dafür zu sorgen, dass durch verbindliche Masse und Messverfahren Falschmünzer und Betrüger vom Markt ferngehalten werden können. Ein Kilo Mehl muss ein Kilo sein, nicht 700 Gramm, weil der Händler seine Waage manipuliert hat. Ob Automobilhersteller PKWs verkaufen dürfen, die 25 l/100kmh verbrauchen, ist eine andere Frage. Aber draufstehen muss der korrekte Wert.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft.

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