07.10.2009 · Die betriebsbedingte Kündigung ist oft das allerletzte Mittel. Doch mit jeder gestrichenen Stelle fällt auch ein Steuerzahler und ein Einzahler in die Sozialversicherung weg. Die Folgen sind daher gravierender, als die offizielle Arbeitslosenstatistik sie ausweist.
Von Georg GiersbergDie deutsche Wirtschaft schrumpft. Und sie wird das Niveau von 2008 frühestens in drei bis vier Jahren wieder erreichen. So lange kann niemand Überkapazitäten vorhalten. Daher wird allerorten der Personalbestand an den Auftragsbestand angepasst.
Immer häufiger müssen Unternehmen Stellen streichen. Es spricht für die Verantwortung der Unternehmensleitungen, dass sie nicht über Nacht Tausende Mitarbeiter freisetzen, sondern alle Maßnahmen des sanften Übergangs nutzen. Zunächst werden durch Fluktuation oder Ruhestand ausscheidende Mitarbeiter nicht mehr ersetzt. Die betriebsbedingte Kündigung ist das allerletzte Mittel.
Die Zahl der Arbeitslosen hält sich daher zum Glück bisher in Grenzen. Aber das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wirtschaft eine Schrumpfkur durchmacht: Mit jeder gestrichenen Stelle fällt auch ein Steuerzahler und ein Einzahler in die Sozialversicherung weg. Die Folgen der Stellenstreichungen sind daher gravierender, als die offizielle Arbeitslosenstatistik sie ausweist. Das ganze Ausmaß der Krise wird eben nicht in der Zahl der Arbeitslosen, sondern in der Zahl der gestrichenen Stellen und deren Auswirkungen deutlich.
Georg Giersberg Jahrgang 1955, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
Jüngste Beiträge
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,29 $ | −0,52% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?