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Stellenabbau im Investmentbanking Ein fragwürdiges Maß

20.11.2008 ·  Merkwürdigerweise kommen alle Häuser zu dem gleichen Schluss: Quer durch die Branche werden rund 10 Prozent der Stellen im Investmentbanking gestrichen. Noch bedenklicher ist allerdings die Prognose, wonach die Boni-Töpfe trotz aller Verluste auch in diesem Jahr wieder gut gefüllt sein werden.

Von Holger Paul
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Der Herdentrieb scheint auch in den obersten Etagen der Großbanken vorhanden zu sein. Quer durch die Branche werden rund 10 Prozent der Stellen im Investmentbanking gestrichen. Offenbar glaubt man, damit eine Größenordnung gefunden zu haben, die der Finanzmarktkrise Rechnung trägt, aber dennoch nicht zu demotivierend auf die verbleibenden hochbezahlten Mitarbeiter wirkt.

Das mag vom Ansatz her richtig sein. Nach der Krise werden die Investmentbanker wieder gebraucht, um zum Beispiel Börsengänge zu organisieren oder Übernahmen zu begleiten. Deshalb verbietet sich jetzt ein Kahlschlag. Aber jede einzelne Bank muss sich zugleich überlegen, wie groß diese Sparte künftig überhaupt noch sein soll. Da kann es eigentlich nicht sein, dass alle Häuser zu dem gleichen Schluss kommen, 10 Prozent weniger Stellen seien das richtige Maß.

Noch bedenklicher ist allerdings die Prognose von Fachleuten, wonach die Boni-Töpfe der Investmentbanker trotz aller Verluste auch in diesem Jahr wieder gut gefüllt sein werden. Das bisherige Argument, diese Spezialisten müssten mit viel Geld unbedingt gehalten werden, zieht nicht mehr. Denn wer könnte es sich derzeit noch leisten, teure Banker abzuwerben?

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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