Die wirtschaftliche Situation des Internethändlers Neckermann.de spitzt sich dramatisch zu. Beobachter schließen eine Insolvenz nicht mehr aus. Ein für die Sanierung des angeschlagenen Unternehmens vorgesehener Stellenabbau kann nicht umgesetzt werden. Bei der Muttergesellschaft Neckermann.de und der Tochtergesellschaft Neckermann Logistik GmbH sollten 1380 Stellen gestrichen werden, weil das Katalog- und das Eigengeschäft mit Textilien aufgegeben werden soll.
Das Unternehmen bot den Mitarbeitern an, bis zum Ablauf der Kündigungsfrist die Gehälter weiter zu zahlen. Die Arbeitnehmervertreter forderten die Zahlung von Abfindungen. Dafür sei kein Geld da, versicherte das dem amerikanischen Investor Sun Partners gehörende Unternehmen. Der Streit konnte auch vor der Einigungsstelle nicht beigelegt werden. Mit dem Scheitern der Verhandlungen ist auch der Sanierungsplan gescheitert. Neckermann muss befürchten, dass es im Fall der Kündigungen zu Kündigungsschutz- und Abfindungsklagen kommt mit unbekanntem Ausgang. Die Geschäftsführung prüfe jetzt, „welche weiteren Schritte jetzt notwendig sind“.
Im Fall der Insolvenz wären auch die noch 1700 Arbeitsplätze in Gefahr, die fortgeführt werden sollten. Die Gewerkschaft will hart bleiben. „Die Geschäftsführung hält bislang an ihrer harten Linie fest, dass es aus wirtschaftlichen Gründen keine Abfindungen geben könne. Darum sind weitere Streiks nicht ausgeschlossen“, sagte Verdi-Sekretär Bernhard Schiederig.
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